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Zum Windsurfen ist man nie zu alt.

Björn Dunkerbeck kämpft mit 40 um den Weltmeistertitel, Robby Naish surft mit 46 Jahren in riesigen Monsterwellen. Windsurfen ist ein Sport, für den Mann und Frau nie zu alt ist. Heute gibt es in Deutschland mehr als eine Viertel Million Menschen über 50 Jahre, die angeben windzusurfen.
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Zwischen 2006 und 2008 stieg die Anzahl der mindestens gelegentlich Aktiven sogar erstmals seit einer Dekade wieder deutlich an. Vor allem bei den über 50-Jährigen surften rund 40.000 Aktive mehr. Aber auch bei den 40ern und 60ern fanden wieder mehr Menschen Spaß am Windsurfen.
Das alte Brett wartet in der Garage
Etliche Windsurfer der ersten Stunde haben ihr altes Surfequipment immer noch in der Garage deponiert. Was früher zu Studentenzeiten auf dem Dach des viel zu kleinen, altersschwachen Autos bei jeder Gelegenheit zum Wasser transportiert wurde, fristet heute ein einsames Dasein, am Garagendach hängend. Die alte Segelplane ist eingerollt und sorgfältig verpackt, genauso wie die alten Erinnerungen, die im Fotoalbum die schönen Sommertage am Wasser festhalten. Ein Großteil derjenigen, die den Boom des Windsurfens in den 80er Jahren mit begründeten, war in der Zwischenzeit zuhause wenig bis selten windsurfend aktiv. Der Berufsaufstieg, die Familie und die damit einhergehenden Verpflichtungen rückten das frühere Hobby in den Hintergrund.
Modernes Equipment erleichtert den Wiedereinstieg
In den vergangenen Jahren lässt sich nun aber beobachten, dass wieder mehr ehemalige Windsurfer aktiv werden. Um von Anfang an Freude zu haben, sollte man sein altes Equipment austauschen, denn in dem Viertel Jahrhundert seit dem Höhepunkt des Windsurfsports, wo es auch zur olympischen Disziplin wurde (1984), hat sich einiges getan. Die modernen Surfbretter sind viel breiter und dadurch wesentlich einfacher zu fahren. Die Segel sind von der Gabel kürzer und dadurch handlicher, und außerdem durch leichteres Material einfacher aufzuziehen und zu manövrieren. Sehr viel komfortabler steht man heutzutage auch auf den Softdecks, den weichen Oberflächenüberzügen, was vor allem die Nutzung für Kinder oder Enkel interessant erweitert.
Neuester Trend: Stand Up Paddling (SUP)
Der neueste Trend aus dem Surfsport ist das Stand Up Paddling, kurz SUP genannt. Das dürfte auch für alle Wiedereinsteiger interessant sein, denn mit diesen Boards lässt sich das Betätigungsfeld auf dem Wasser erheblich erweitern. Beim SUPing steht man auf dem recht langen aber leichten Board und benutzt ein mannshohes Stechpaddel zur Fortbewegung. Diese Technik kommt aus Hawaii und schwappt gerade nach Deutschland. Der erste SUP World Cup fand unlängst in Hamburg statt (Jever SUP World Cup, 10.-12. Juli 2009).

(c) Jerome Houyvet
Man ist sich uneinig, ob es als eine alte traditionelle Fortbewegungsart der Hawaiianischen Könige seinen Ursprung hatte, oder ob erst die Surflehrer auf Hawaii das SUPing erfanden, um flexibler auf ihre Schüler aufpassen zu können. In jedem Fall bietet das Stand Up Paddling die Möglichkeit, auch ohne Wind mit dem Surfbrett aufs Wasser zu gehen. Es ist ein hervorragendes, sanftes Ganzkörpertraining, oder macht einfach nur so als gemütlicher Zeitvertreib Spaß. Kinder können auch SUPen. Die Stand Up Paddlle-Boards werden mittlerweile auch mit Mastfußoption angeboten, so dass man so ein Brett auch zum Windsurfen benutzen kann. Man kann ein SUP aber auch zum Wellenreiten oder einfach nur als Badeinsel nutzen.
Up to Date sein – welches Equipment für Wiedereinsteiger?
Windsurfer mit mittlerem Fahrkönnen, auch nach längerer Windsurfpause, sollten ein leichtes Segel ohne Camber (sorgen für gewisse Vorbiegung im Segel) wählen. Solche Modelle liegen mit ca. 450 Euro in einer mittleren Preisklasse. Heutzutage wählt man das Segel eher einen halben Quadratmeter größer als noch vor z.B. 15 Jahren. Je nach Körpergewicht und den Bedingungen am Surfrevier, das man am meisten nutzt, liegt die optimale Segelgröße zwischen 5,7 und 7 qm.
Bei den Boards besteht wie beschrieben die Möglichkeit, ein SUP mit Mastfußoption zu nehmen. Will man ein reines Windsurfbrett, sollte man ein Gleitbrett für Leichtwind ins Auge fassen oder ein Freerideboard, damit finden Windsurfer mit mittlerem Können den breitesten Einsatzbereich. Generell orientiert man sich heute beim Kauf nicht mehr an der Boardlänge sondern am Volumen. Um moderne Windsurfboards mit denen von vor 15 Jahren zu vergleichen, gilt: man bekommt ein vergleichbares Brett, wenn man das Volumen des alten Brettes abzüglich 10 Liter wählt. Absolut betrachtet orientiert sich das Volumen am Körpergewicht und auch am Fahrkönnen. Im Fachhandel findet man dazu umfassende Beratung.
Wo? Der neue Spotguide mit zahlreichen Gewässern
Wer Surfgewässer in seiner persönlichen örtlichen Umgebung sucht, sollte sich über den neuen Spotguide informieren. Hier wurde besonders auf den Informationsbedarf von Einsteigern und Wiedereinsteigern geachtet. Fast 400 Orte zum Windsurfen und entsprechend auch zum SUPen sind schon eingetragen, europaweit. Außerdem enthält die Datenbank leicht und einfach auffindbar knapp 400 Surfshops und 143 Schulen und Windsurfcenter.

(c) John Carter
Einkaufstipps konkret
Für die erste Orientierung geben wir einige konkrete Einkaufstipps.
Segel:
  • Neil Pryde „Zen“ oder „Solo“
  • Severne „Gator“
  • Board:
  • Starboard SUP 12‘‘6‘‘
  • Gleitbrett für Leichtwind: Starboard „Go“ (mit Softdeck; ohne Schwert, für die, die früher z.B. ein Mistral „Shredder“ oder F2 „Bullit“ hatten); Lorch „Academy“ (mit Schwert, für die, die früher ein F2 „Comet“ mit Schwert hatten).
  • Freerideboard zum Gleiten: Tabou „Rocket“
  • Kostenpunkt:
  • Board ca. 800 bis 1.000 Euro + komplettes Rigg ca. 450 Euro = 1.450 Euro für die Grundausstattung (dabei kostet ein Mast ca. 250 Euro, die Gabel ca. 180 Euro).
  • Carbon oder nicht Carbon?
  • Der Mast sollte etwa einen Anteil von 55% Carbon haben, 75% sind „nice to have“ aber 100% braucht man als Hobbysurfer nicht unbedingt. Ähnliches gilt für die Gabel, die in der Aluminiumausführung ausreichend sein sollte. Eine Gabel aus Carbon ist in diesem Fall eher Luxus und kostet das Dreifache.
  • Diskutiere zu diesem Thema in unserem Forum.
    Weitere Informationen unter http://www.worldofwindsurfing.net/de/home.html
    [ MR ]
         [07.09.2009]
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