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Alles was Dich fit macht, bist DU
Irgendwie gehören sie dazu wie der Sekt, der Neujahrspfannkuchen und die guten Vorsätze zum Jahresanfang: Trends, die uns leichter, schneller und noch besser fit machen sollen als alles bisher dagewesene. Fragt sich: Was ist trendy, und wer setzt die Trends?

Zukunftsforscher Matthias Horx schreibt: "Ein Trend ist nichts anderes als eine Veränderungsbewegung oder ein Wandlungsprozess. Man findet Trends in den unterschiedlichsten Bereichen des Lebens und in den unterschiedlichsten Durchdringungstiefen – es kann sich um reine Oberflächenphänomene oder um tiefe, nachhaltige Strömungen handeln."
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Also manches, was uns da von den selbsternannten Trend-Settern der Lifestyle-Magazine und Frauen-Illustrieren als Trend verkauft wird, ist höchst oberflächlich und wenig nachhaltig. Meist ein alter Hut und oft einfach nur unterirdisch.
Sicher ist nur, was war. 2004 könnte glatt als das "Jahr der sanften Methoden" bezeichnet werden. Wellness-Angebote für Körper und Seele standen überall im Mittelpunkt. Programme gegen Stress, für Entspannung und Wohlbefinden fanden rundum Zuspruch. "Asia-Fitness – Der Mega-Trend" titelte das Hamburger Fitness-Magazin "Fit for Fun" Anfang vergangenen Jahres. Als sanfte Klassiker mit Erfolgsgarantie galten Yoga, Tai Chi, Die fünf Tibeter oder Qi Gong, als moderne Angebote dazu noch das sinnliche SenFi (Sensual Fighting), Chi-Yoga, Body-Ener­Chi oder Chi-Ball (Üben mit duftenden Bällen). Yoga, Pilates, Tai Chi waren dann tatsächlich die Renner.
Kurz vor Jahresende machten neue Kurs-Angebote wie "Striptease-Aerobic" (erotischer Ausziehtanz) und "Air-Guitar-Aerobic" (gemeinsames Luftgitarre spielen). Braucht man solche kuriosen Bewegungsformen wirklich? Beide weilten zum Glück nur für einen Kurzbesuch im Fitness-Studio und verschwanden ganz schnell wieder...

Bewegung in allen Formen: Aerobic, Dance, Rudern, Biken - alles was Herz und Kreislauf kräftigt und den Stoffwechsel auf Touren bringt. Foto: Horn-Verlag
Pilates hat sich als eines der wenigen Studio-Angebote relativ gut deutschlandweit durchgesetzt. Mehrere Pilates-Institute und -schulen bieten Ausbildungen an, in Studios gibt es verschiedenste Pilates-Kurse und jede Menge Ableger und Abarten: Pilates-Yoga, Pilates-Aerobic, Core-Pilates...
Und dieser Trend wird wohl auch in diesem Jahr nicht aufzuhalten sein. Übrigens berichtete shape up über Pilates bereits im Jahr 1999, da wussten viele noch gar nicht, dass "Pilates" der Nachname des Erfinders war und dass das eigentliche Training an speziellen – ursprünglich aus Lazarettbetten gefertigten – Geräten ("Reformer", "Cadillac") stattfindet, statt nur mit Übungen am Boden oder mit Kleingeräten.
Yoga hat sich als Trend 2004 stabilisiert samt diverser Ableger wie Power-Yoga, Yoga-Balance, Yogilates (Yoga und Pilates), Business-Yoga, Luna-Yoga oder Wo-Yo (Workout und Yoga).
Weiteren Aufwind erlebten sämtliche Angebote im Wasser wie Aqua-Aerobic, Aqua-Fitness, Aqua-Yoga, Aqua-Running sowie Übungen mit speziellen Geräten (Gewichte, Auftriebsgürtel, Handpaddel, Pool-Nudel).
Nordic Walking hat sich bei den Outdoor-Sportarten weiter stark verbreitet. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland zur Zeit etwa 800 000 Nordic-Walker. Tendenz steigend. Dieses "Wandern mit Skistöcken" wurde schon Ende 1980 als Trend gepriesen, doch damals lachte man noch über die recht albern anmutende Bewe­gungsform an Krücken. Nun gibt es fast in jeder großen Stadt professionelle Nordic-Walking-Treffs und spezielle Parkanlagen, wo sich die Fans nicht nur zum Sporttreiben treffen, sondern auch Beratung beim Kauf von Schuhen und Stick, Trainingsplan und Ernährung erhalten.

Ernährung. Weniger essen als verbrauchen, mehr Obst und Gemüse (am besten fünfmal am Tag) als Fett und Fleisch. Foto: Horn-Verlag
Alte Hüte mit neuen Etiketten
Doch nicht alles, was unter neuem Ettikett daher kommt, ist auch wirklich neu. Nur Kenner sehen, dass es sich bei vielen Angeboten lediglich um neue Na­men oder Abkürzungen von Zusammensetzungen handelt, die vom "Erfinder" dann auch gleich als Moneymaker-Marke eingetragen werden. Das war ebenso ein – wenn auch nicht sportlich-körperlich – unübersehbarer Trend im letzten Jahr.
Auch jetzt sind die Medien schon wieder voll mit Versprechungen: Die "Fit for Fun" preist als Outdoor-Sport für 2005 alle möglichen Variationen von Nordic Walking (Nordic Running, Nordic Skating), das entspannte Laufen ("Relaxed Run­ning") und Golfen als Volkssport an. Im Studio seien Schattenboxen, Seilspringen (Rope Skipping) und Übungen mit dem Medizinball der Trend. Auch Aqua-Cycling – eine Art "Unterwasser-Spinning", Yoga-Aerobic (Yoga-Übungen und Aerobic-Elemente), Indischer Tempeltanz und "Gravity" als Krafttraining in der Gruppe an mobilen Seilzug-Geräten. Außerdem werde das Personal-Training mehr und mehr Anhänger finden.
In der Redaktion der Wohlfühlzeitschrift "SHAPE" setzt Frau ebenso, auf Nordic Walking als das beherrschende Outdoor-Programm. Bei den Studio-Angeboten orakelt die deutsche Lizenzausgabe des US-Frauenmagazins, dass die Dance-Kurse (besonders beliebt bei den Frauen) weiter boomen und Body-Pump von der Les Mills-Gruppe als Muskel kräftigendes Angebot "in" bleibt.

Entspannung ist so wichtig, wie das Training selbst - denn abschalten ist die Vorausetzung, um wieder auftanken zu können. Foto: Photodisc
Abspecken bleibt in - Diäten sind out
Wer über den Fitness-Tellerrand hinausblickt und weder in USA noch in Neuseeland nach dem ultimativen Boom Ausschau hält landet schnell beim alten und neuen Mega-Trend: "Abnehmen". Aber das ist für manchen journalistischen Trendsucher zu hartes Schwarzbrot; außer man kann es in irgendeine idiotische Diät verpacken. Seit Beginn des Jahres sind Millionen von Studiomit­gliedern auf dem Weg zu ihrem Wunschgewicht. 25,9% kommen nur deshalb ins Studio. Und mit jedem Tag, den der Frühling näher rückt, steigt ihre Zahl.
Gleichzeitig schwillt in den Medien saison-bedingt die Flut der phantastischen Hungerkuren und wunderwirkenden Abspeck-Rezepte von Aloevera- bis Essig-Diät (Ess ich oder ess ich nicht). Shape up-Leser wissen, dass nur die Kombination aus bewusster Ernährung und gezielter Bewegung Erfolg bringen kann. Wenn eine Art von Trend auf den Sondermüll gehört, dann die jeweils neueste Diät.
Es gibt nichts Gutes, außer Du tust es!
Was auch immer sich als "Entwicklungs­tendenz" durchsetzen wird und Sie für sich davon als geeignet entdecken – die Hauptsache ist, Sie tun etwas. Man muss gar nicht jedem Trend hinterher rennen und alles mitmachen. Ihr wirklich einziger persönlicher Trend sollte heißen: Regelmäßig bewegen und das mit Spaß! RS
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     [17.06.2005]
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