
Skurrile, fremdartige und zukunftsweisende Räder setzten immer wieder
Maßstäbe - Ausstellung zur Radgeschichte auf der Jubiläumsmesse im September
Wenn die Internationale Fahrradmesse IFMA Cologne am 16. September in Köln
ihre Pforten öffnet, dann feiert die Branche 40 Jahre Präsentation in der
Domstadt. Die Premiere der Business- und Trendmesse war 1964 auf dem
Messegelände am Rheinufer der Domstadt. Während damals 225 Aussteller aus 15 Ländern ihre Marken und Produkte rund ums Bike präsentierten, reisen im
Jubiläumsjahr 2004 insgesamt 750 Aussteller aus 36 Ländern nach Köln. Am
letzten Messetag, dem 19. September, können auch Endverbraucher die Messe
besuchen und in einer Sonderschau zahlreiche Exponate aus vier Jahrzehnten
Radgeschichte bestaunen.
Anzeige Die erste IFMA Zur ersten IFMA wurde die Geburt des klassischen Klapprades ebenso gefeiert, wie eine an den Gepäckträger angeschraubte batteriebetriebene Blinkanlage, die das Handzeichen-Geben beim Abbiegen überflüssig machte. In den 60'ern gab's auch ein Familienrad, das mit wenigen Handgriffen auf die Bedürfnisse von Damen oder Herren angepasst werden konnte. 1968 präsentierten Hersteller auf der Messe als kleine Sensation ein Werkzeugtäschchen aus Plastik, das unter dem Sattel angebracht war. 1972 zur fünften IFMA zählten Rennsporträder zu den Hits.
In den 70'er Jahren war außerdem vor allem das Jugendrad gefragt: Highriser
Modelle oder Bonanza-Räder. Zudem präsentierten Hersteller für die
Zweisamkeit ein skurriles Tandem auf der Basis des Klapprads. 1976
absolvierte das erste BMX-Rad auf der Messe seine Jungfernfahrt, zwei Jahre
später präsentierte die Firma Kettler ihr erstes Alu-Rennrad mit einem
Gewicht von knapp elf Kilogramm. 1980 schließlich gab's sogar einen
Beiwagen, der an jedes Fahrrad montiert werden konnte; ein Gefährt, das man
sonst nur vom Motorrad her kannte.
Auch Fahrrad-Visionen für die Zukunft In den Jahren zwischen 1984 und 1994 dominierte auf der IFMA wie in der
gesamten Fahrradwelt das Mountainbike. Was einige kalifornische Tüftler Ende
der 70'er in Hinterhof-Garagen entwickelt hatten, begeisterte die
Zweiradfans. Vor allem jugendliche Radfahrer sind davon hin- und
hergerissen. Die Technik der Mountainbikes wird in den Folgejahren verstärkt
in der gesamten Radbranche eingesetzt. Die Bremsen werden besser, die
Schaltung wird schneller und die Räder können steilere Höhen erklimmen.
Systempedalen werden ebenso entwickelt, wie hydraulische Felgenbremsen. 1988
schließlich zeigt eine niederländische Firma auf der längst zum Weltmarkt
der Zweiradindustrie avancierten IFMA erstmals ein Liegerad.
1997 brachte der Sieg von Jan Ullrich als erstem Deutschen bei der Tour de
France dem Radsport hierzulande kräftigen Rückenwind. Die Gangschaltungen
werden effizienter, das Citybike rollte in die Messehallen der IFMA. Und die
Designer entdecken mehr und mehr das Zweirad, das auf dem Weg ins neue
Jahrhundert immer ästhetischer wird. Bequeme tiefe Einstiege ermöglichen den
Einkauf mit dem Rad und das Radeln im Alltag. In den vergangenen Jahren
setzten die Hersteller verstärkt auf sicherere Kinderräder und den Ausbau
des Fahrrad-Tourismus mit voll gefederten Exponaten.
Und auf der seit 1999 als IFMA Cologne jährlich stattfindenden Messe gibt es
im Jubiläumsjahr nicht nur eine Rückschau, sondern auch einen Vorausblick in
die kommenden Jahrzehnte. Designstudenten aus Zürich, Mailand und Köln
zeigen in einer Sonderaustellung ihre Visionen zur Zukunft des Fahrrads.
Zu sehen auf der IFMA Cologne 2004 (16. bis 19. September), Publikumstag ist
Sonntag, der 19. September 2004 / Öffnungszeiten: 9.00 bis 18.00 Uhr /
Eintrittspreis am Sonntag: 6,00 Euro
Weitere Informationen: www.ifma-cologne.de MC
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