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Camellotten-"Life is too short not to surf!"
Es ist noch kühl in Legian. Die Luft ist klar und frisch, durchzogen von zartem Weihrauch, den unser Housepapa jeden Morgen zusammen mit seinen Gaben an die Götter verbreitet.

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Nach einem frischen "Lassie" - zubereitet aus Früchten, die vor einer Stunde noch den Baum vor unserem Bungalow schmückten - machen wir uns auf den Weg zu "Palu's Surfschool".
Die Sonne brennt. Mit zinkcremeverzierten Gesichtern und unserer Ausrüstung sehen wir aus wie echte, kalifornische Surfergirls.
Palu und seine australischen Surfdudes David & Joe halten sich nicht lange mit Theoriegeschwätz auf. Wir sind bereit, in zwei Stunden zu dem zu werden, wonach wir bis jetzt nur aussehen.
Ab in den Sand: liegen – aufspringen – liegen - aufspringen. Schneller, schneller! "You gotta stand up fast, girls!" treibt Joe uns lächelnd an. Trotz unseres Tai-Chi-Trainings fühlen wir uns wie in der Schule beim Zirkeltraining. Mit roten Köpfen und Sand
zwischen den Zähnen schnappen wir uns unsere leuchtend gelben Surfboards und schleppen sie zum Wasser. "Let's go surfin"! Jabadabadooo!" schreien wir uns gegen das Rauschen der Wellen gegenseitig zu.
So leicht es ist, von den Wellen vom Brett geworfen zu werden, so schwer multipliziert mit Einhundert ist es, sie das erste Mal zu erklimmen. Die Wellen schleudern uns wild durchs Meer und die Jungs haben ihren eigenen kleinen Pleasure Moment.
Wer sich als Kind immer gewünscht hat, einmal in der Waschmaschine mitzufahren - geht surfen und ihr werdet das Gefühl erleben können!
Plötzlich trägt der Wind ein lautes "Juchuuuu!" zu uns herüber. Anne und Sandra drehen sich gleichzeitig um und sehen Christina mit hochgerissenen Armen auf ihrem Board zum Strand rauschen. Der nächste Jubelschrei kommt von Anne. Und als Palu, der Meister persönlich, sich zu dem bunten Treiben gesellt und Sandra seinen Geheimtipp für größere Leute ins Ohr flüstert, nimmt auch sie ganz locker die nächste Welle zum Strand. Bereits nach wenigen Minuten hat das Surffieber die Camellotten gepackt!!! Immer und immer wieder mit Augen, Ohren und Nasen voll Salzwasser die Naturgewalten bezwingend, geht es weiter! Auf's Meer paddeln, die heranrollenden Wellen beobachten, umdrehen, paddeln, aufspringen und zum Strand schaukeln lassen. Erst als unsere Arme wie Fremdkörper schlaff an uns herabhängen, sind wir bereit, eine Pause zu machen. Palu und seine Jungs grinsen und strecken uns ihre aufgerichteten Daumen entgegen: "Good Job, Ladies!"
Die versprochene kostenlose Stunde, falls wir am Ende des Tages nicht auf dem Board stehen, haben sie sich gespart. Erschöpft nach Luft schnappend und mit sonnenverbrannten Nasen, fallen wir zufrieden lächelnd auf unsere
Handtücher. Zwei Stunden Siesta und den größten Obstsalat Balis später, kann es weitergehen!
Wir sind bereit für mindestens hundert weitere Wellen, bis die Sonne langsam am Horizont verschwindet. "Life is too short not to surf!" ist der Slogan von Palu's Schule. Und es ist so wahr, wie es wahr ist, dass die Erde eine wunderschöne riesige Kugel ist!
PS: Aber seid vorsichtig - ihr werdet schneller süchtig danach, als ihr es euch vorstellen könnt!
Ride on! LP
     [20.06.2004]
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