
Viele Instructoren sind auf Risiken und Nebenwirkungen nicht gut vorbereitet.Seit einem Jahr mehren sich negative Schlagzeilen, die Indoor Cycling als Gefahr für Gesundheit und Leben darstellen.Als erste warnte die "Ärztliche Praxis", vor allem Anfänger ließen sich durch Gruppendynamik und schneller Musik zur Überschreitung ihrer Leistungsgrenzen verleiten. Zu hohe Herzfrequenzen und überhöhte Konzentration von Stresshormonen führten langfristig eher zu Gesundheitsschäden als zu verbesserter Fitness.
Anzeige Statt "Beats per Minute" eher "Beats to limit" Im Mitgliederheft der BARMER Ersatzkasse rät Dr. Christian Merkl Einsteigern und Fitness-Sportlern mit gesundheitlichen Problemen sogar gänzlich vom Indoor Cycling ab.
Zunächst hatte ich den Eindruck, dass es sich um eine Kampagne der Ärzte- und Pharma-Lobby handele, die Gesundheit lieber reparieren als Krankheiten vorbeugen wolle. Dann aber wurde mir bewusst, dass die Warnungen leider nicht unberechtigt sind. Viele Instructoren verstehen unter der Planung einer Stunde nur das Zusammenstellen der Musik. Von der Gliederung in vier Teile, wie es beim Aerobic seit vielen Jahren Standard ist, haben sie meist nichts gehört. Auch das Zählen der BPM (Beats per Minute) erscheint mir oft als zähle man hier statt "Beats per Minute" eher "Beats to limit".
Exitus im Kursraum Wie weit die Verantwortung eines Instructors gehen kann, habe ich vor drei Wochen erst wieder selbst erfahren müssen. Bei meinem dritten Zwischenfall in nunmehr 10 Jahren, einem Einsteigerkurs mit einer Intensität von 65 - 75% max. HF, habe ich nicht bemerkt, dass eine der Teilnehmerinnen die gesamte Zeit nichts getrunken hat. Sie war letztlich so stark dehydriert, dass sie beim Cool Down ohnmächtig wurde.
Ich kann mir den Vorwurf nicht ersparen, nicht ausreichend darauf geachtet zu haben. Wäre sie herzkrank gewesen, hätte dies tödlich enden können.
![]() Kommem Instructoren ihren Fürsorgepflichten nach? Ein weitaus dramatischerer Zwischenfall ereignete sich in einer Hamburger Anlage, als bei einer "HIPAC" (High Impact-Party-Alarm-Cyclingstunde) ein vermeintlich gesunder Langstreckenläufer im besten Alter tot vom Bike fiel. Ein zufällig anwesender Arzt konnte das Opfer gerade noch reanimieren. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Mann eine nicht diagnostizierte Herzmuskelentzündung hatte.
Wäre der Mann gestorben, hätte sich der Instructor fragen lassen müssen, ob er seiner Fürsorgepflicht vor und während des Kurses REGELMÄSSIG nachgekommen ist. Sehr schnell finden sich dann der Studioleiter und sein Instructor vor dem Staatsanwalt wieder.
Leider haben die Verantwortlichen daraus nichts gelernt: in der Anlage werden weiterhin solche HIPAC Kurse gegeben.
Kein Wunder, dass wir zunehmend unter Beschuss stehen. Hunderte von Instruktoren belasten wissentlich unfitte oder sogar erkrankte Teilnehmer, die sie rechtlich gesehen gar nicht belasten dürften. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.
Ich habe mich gefragt, warum diese Themen immer wieder aufkommen und festgestellt, dass die wenigsten Ausbildungsorganisationen auf Lehrinhalte in den Bereichen "Anatomie, Physiologie und Trainingslehre" ausreichend eingehen. In der Aerobic-Ausbildung gehören sie zum Standard. Wir, die ICA Indoor Cycling Academy, haben deshalb eine zwei-tägige Ausbildung in den Bereichen "Anatomie, Physiologie und Trainingslehre" in der ICA B-Lizenz verankert. Wir lassen diesen Teil von absoluten Spezialisten auf diesen Gebiet, der Gluckerschule, durchführen.
Abschließend möchte ich aber auch betonen, dass es sehr viele gute Instructoren am Markt gibt,
die hervorragende Kurse geben und wissen worauf es ankommt. All denen wünsche ich viel Erfolg ohne Zwischenfälle.
powered by shape up >> jetzt abonnieren Autor: Marc Günther, Gründer und Inhaber der ICA Indoor Cycling Academie (www.indoor-cycling-academie.de) Infos und meinungen zu diesem Artikel per eMail an info@indoor-cycling-academie.de |