
Unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung und mit Beteiligung der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung fand heute das von der Deutschen Stiftung Organtransplantation und ihren Schwesterorganisationen
in England, Frankreich, Italien, Spanien und Ungarn organisierte Europäische Forum "Allianz für Organspende" in Frankfurt/Main statt.
Professor Dr. Martin Molzahn, Vorstand der DSO, begrüßte im Namen
der beteiligten Regierungen und Organspendeorganisationen die Gäste
aus dem europäischen Ausland, darunter Mediziner, Politiker,
Gesundheitspartner, Selbsthilfegruppen: "Obwohl die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen in den Ländern der europäischen
Union sehr unterschiedlich sind, leiden überall die Menschen auf den
Wartelisten unter viel zu langen Wartezeiten. In Deutschland, das
bisher bei der Organspende das Niveau der europäischen Nachbarn nicht
erreichen konnte, ist der Tod auf der Warteliste für Patientinnen und
Patienten, die eine Herz- oder Lebertransplantation benötigen,
traurige Realität."
Anzeige Gravierende Unterschiede sind bei den Organspendezahlen in den europäischen Ländern zu erkennen. Beispiel Gravierende Unterschiede sind bei den Organspendezahlen in den
europäischen Ländern zu erkennen. Dies zeigt sich am Beispiel der
Zahl der Organspender pro eine Million Einwohner im Jahr 2002. Nimmt
man Spanien - als Best-Practice-Land - heraus, liegen die
europäischen Länder im Durchschnitt weit unter 20 Organspendern pro
eine Million Einwohner.
-Spanien 33,7 Organspender pro eine Million Einwohner
-Frankreich 20
-Italien 18,1
-Ungarn 16,4
-United Kingdom 13
-Deutschland 12,2
Auf dem ersten Europäischen Forum in dieser Zusammensetzung
diskutierten Politiker und Experten über Möglichkeiten, die
Organspendesituation in Europa gemeinsam zu verbessern. Medizinisch
unbestritten ist, dass die Organtransplantation in den Fällen eines
definitiven Nieren-, Herz-, Leber- oder Lungenversagens die besten
Behandlungsergebnisse erzielt und damit allen anderen
Therapiemöglichkeiten weit überlegen ist. Dennoch mangelt es selbst
in den Ländern an Transplantaten, in denen in den letzten Jahren
entscheidende Verbesserungen bei der Organspende erreicht worden
sind. Dabei kann sich die Transplantation - als etabliertes und
erfolgreiches Behandlungsverfahren - und die Organspende nach dem Tod
auf eine sehr breite Zustimmung in der Bevölkerung stützen.
Ziel der Veranstaltung Die Diskussion hat gezeigt, dass - bei allen Unterschieden in den
gesundheitspolitischen, rechtlichen und organisatorischen
Rahmenbedingungen - viele Gemeinsamkeiten existieren. Alle
Partnerorganisationen vertreten die ethischen Grundsätze einer
altruistischen, solidarischen Organspende und sprechen sich eindeutig
gegen materielle Anreize für die Organspende sowie Organhandel aus.
Ziel der Veranstaltung war, in einem ersten Schritt die Situation
in Europa am Beispiel der sechs Länder zu beleuchten und erste
Ansatzpunkte zu finden, welche gemeinsamen Wege zur Verbesserung der
Organspendesituation gegangen werden müssen. In diesem Sinne ist auch
die gemeinsame Erklärung zu verstehen (Anlage). Sie bildet die
Grundlage für zukünftige konkrete Maßnahmen. Diese beziehen sich auf
einen verstärkten Informationsaustausch, das gemeinsame Lernen von
Best-Practice-Modellen, gemeinsame Initiativen für Standards in der
Qualitätssicherung und der Empfängersicherheit. Die Zusammenarbeit
innerhalb der europäischen Union erlaubt es auch, gemeinsame
Forschungsprojekte zur Weiterentwicklung der Transplantationsmedizin
zu planen und durchzuführen. Darüber hinaus wollten die Veranstalter
mit dem europäischen Forum einen Beitrag dazu leisten, in der
Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Organspende wach zu halten. ME
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