
Wie Sie aus dem Trendsport Inline-Skaten das beste Outdoor-Training für Kraft, Ausdauer und Koordination machen.Skaten ist für ihn das Größte: "Das ist ein echter ganzheitlicher Sport," schwärmt Volker Nagel, Sportwissenschaftler an der Universität Hamburg. Er hat sich mit dem jungen Trendsport
sogar akademisch beschäftigt. Er kann alle Vorzüge belegen:
Anzeige Skaten hat sich längst vom Massensport zum echten Gesundheitstraining entwickelt: Herz- und Kreislauf werden spielerisch beansprucht. Es ist deutlich gelenkschonender als Joggen, und die Rumpf- und Rückenmuskulatur werden stabilisert.Welche Muskeln werden beansprucht? Das sind vor allem die seitliche Bein- und Gesäßmuskulatur. Das lässt sich gut nachvollziehen, wenn man sich die Entwicklung im Skilanglauf in Erinnerung ruft: Bis zu den 80er Jahren sahen die Langläufer eher aus wie Leichtathleten. Als das Skaten auf der Loipe Einzug hielt, wurden mit einem Mal Beine und Gesäß breiter und die Figuren näherten sich denen der Eisschnellläufer an.
Für Volker Nagel, der schon seit 1993 übers Inlinen forscht und lehrt, gibt es kein besseres Beine und Po-Programm als im Gelände, vor allem im ansteigenden, zu skaten.
Wem dies noch zu wenig ist, der erreicht ein komplettes Ganzkörpertraining, in dem er wie beim Skilanglauf im Skatestil die extra für Asphaltpisten entwickelten Stöcke mit einsetzt. Experten kennen das als Nordic Blading. Wer’s lieber mag, kann natürlich ebenso seine Hanteln mit auf die Asphalttour nehmen.
Im Übrigen hilft Skaten gegen steife Hüften, ein typisches Mangelsyndrom in unseren Breitengraden, wo Rumpfbeweglichkeit wenig trainiert wird – im Vergleich zu den Südamerikanern, die übers Tanzen ihre Rumpfmuskeln flexibel halten.
Was allerdings zu kurz kommt, ist der Wadenmuskel wegen der fehlenden Lande- und Streckbewegung – deshalb gilt: zwischendurch auch mal einen anderen Sport machen, Joggen zum Beispiel, damit die Waden nicht verkümmern.
Wie trainiert man am effektivsten? Das beste Training ist, sich in einer grossen technischen Vielfalt ausbilden zu lassen, rät Volker Nagel: Mal vorwärts, mal rückwärts fahren, die Sanduhr nachrollen (beide Beine gleichzeitig auseinander und wieder zusammenfahren lassen), Bogentechniken beherrschen wie das Übersetzen (bekannt aus dem Kurvenfahren der Eisschnellläufer). Außerdem lässt sich auch im Einüben diverser Kunststücke die Muskulatur besser ausreizen.
Viel bringt auch das Spielen mit situativen Herausforderungen: Vor allem die seitliche Bein- und Gesäßmuskulatur werden beansprucht. Es gibt es kein besseres Beine und Po-Programm als im Gelände, vor allem im ansteigenden, zu skaten.Wie oft ist Rollen-Training angesagt? Beim Skaten gilt wie bei anderen Ausdauersportarten: Am besten drei- bis vier Mal die Woche etwa 30 bis 45 Minuten lang. Die optimale Fettverbrennung setzt bei Puls 120 bis 130 ein. Insider wissen, dafür muss man schon ganz schön rasant fahren.
Experten-Tipp von Volker Nagel: "Steckt lieber mehr Geld in
die Schutzausrüstung als euch das Leben mit den schnellsten Schuhen unnötig leicht zu machen."
Was sorgt für die beste Fitness? Für die Ausdauer unbedingt Inlinen mit Schwimmen, Fahrradfahren und Joggen abwechseln. Nur joggen strapaziert – vor allem bei Übergewicht – die Gelenke, wer nur Rad fährt, riskiert Inkontinenz. Das beste ist, eine Mischung aus allem. Und dazu ein konsequentes Kraft-Training: Bergauf skaten. Was allerdings voraussetzt, dass man auch die Downhill-Techniken draufhat.
Ist Skaten auch was für Oldies? Untersuchungen der Universität Hamburg bei Über-50-Jährigen (auf einem sensorisch ausgestatteten Messkreisel) haben ergeben, dass Körperspannung und Gleichgewichtsgefühl enorm wachsen durch regelmäßiges Skaten. LP
Wo gibt’s Infos?
Hamburger Inline-Skating Schule e.V. (HIS): Tel: 040-428 38 36 05; Fax: 040-428 38 68 61; inline@uni-hamburg.de, www.inline-skating-schule.de
Weitere Schulen in Berlin: Tel. 030-30819200; Fax 030-30819201,
inline-skate-mobil@t-online.de;
Stuttgart: Tel. 0711-4516785; DCaprano@t-online.de;
München: Tel. 089-2608141; Fax 089-76704198; Funline.munich@gmx.de powered by shape up >> jetzt abonnieren |