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Vom Trendsport zur volksweiten Massenbewegung
Sie kurven gemütlich durch die Gegend, genießen die Sonne und halten - je nach Geschlecht - eifrig nach Mädels oder Jungs Ausschau. Die Inline-Skater.

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Sie haben ihren Winterschlaf beendet und längst wieder die Parkanlagen und Fußgängerzonen unserer Städte erobert. Über 14 Millionen Skater rollen in Deutschland von der Bibliothek zum Hörsaal, von der U-Bahn Station zur Arbeit oder einfach abends nach Feierabend von einem Biergarten zum nächsten. Und wurden die rollenden Fußgänger noch Anfang der Neunziger als exotische Funsportler mit staunenden Augen betrachtet, so hat sich das Inline-Skaten inzwischen zu einer volksweiten Fitnessbewegung entwickelt. Allein in Deutschland werden jährlich etwa 2 Millionen Paar Skates verkauft.
Praxis-Tipps für Inline-Skater
Wer kennt nicht die aufkommende Panik, wenn einem während der gemütlichen Fahrt durch den Stadtpark auf einmal die Rollen wegrutschen und man mit Schwung auf dem Hinterteil landet. Aber das muss doch nicht sein - die richtige Grundhaltung hilft dabei, den Alptraum jedes Hobbyskaters zu vermeiden:
Am wenigsten kann passieren, wenn ihr leicht nach vorne gebeugt und in den Knien fahrt, die Arme zeigen dabei nach vorne. Alle in überraschenden Schrecksituationen aufkommenden Reflexe wie Arme nach oben reißen oder Schultern nach hinten verlagern solltet ihr euch schnell abgewöhnen, die gehen nämlich immer nach hinten los. Wenn schon stürzen, dann wenigstens richtig und das heißt vor allem nach vorne. Die richtige Falltechnik dazu ist leicht zu erlernen, Ausgangsposition ist die Grundhaltung: Beim Sturz als erstes schnell den Körperschwerpunkt absenken und dabei in die Knie gehen. Dadurch wird euer Po und Rumpf nach unten verlagert. Durch den Schwung solltet ihr jetzt nach vorne fallen, also rechtzeitig die Handgelenke und Ellbogen vor euch auf den Boden bringen. Die Fingerspitzen und den Kopf solltet ihr dabei nach oben ziehen. Beim Fallen gleich die Bauchmuskeln anspannen, damit ihr wie ein fest zusammengeschnürtes Paket auf den Knien, Ellbogen und Handgelenken ausrutschen könnt - bis zum sicheren Stillstand!
Wichtig bei jedem Sturz ist natürlich auch die richtige Schutzkleidung. Als Kopfschutz könnt ihr euren Fahrradhelm verwenden, dazu kommen noch Schoner für Ellbogen, Knie und Handgelenk. In die Schützer solltet ihr wie in einen Strumpf reinschlüpfen können, damit diese nicht so leicht verrutschen. Sucht euch im Fachhandel die passenden Protektoren in der richtigen Größe aus und schämt euch nicht, zum ausprobieren notfalls auch mit den Schonern auf Knien durch den Laden zu robben.
Besser als Stürzen ist aber immer noch das rechtzeitige Bremsen mit den Bremsklötzen. Diese sollten übrigens unbedingt aus Gummi sein, die Bremswirkung ist durch die bessere Haftung bedeutend höher als bei Plastik.
Aus der Grundhaltung heraus stellt ihr den (meist rechten) Fuß mit dem Stopper leicht nach vorne, zieht die Zehenspitzen an und setzt den Bremsklotz und die hinterste Rolle mit Druck auf den Boden. Wenn jetzt die Bremswirkung beginnt, unbedingt eine stabile und angespannte Körperposition (natürlich nach vorne gebeugt) halten, das Hintereil leicht senken und mit dem linken Fuß soweit ins Knie gehen, bis es schon richtig weh tut im Oberschenkel. Wenn ihr dabei fleißig mit dem rechten Fuß weiterhin zur Verstärkung auf den Bremsklotz drückt, erreicht ihr den kürzesten Bremsweg.
Für die mehr oder weniger rasante Fahrt auf einem Feldweg den Hügel hinunter gibt es eine weitere elegante Möglichkeit, die Geschwindigkeit stets unter Kontrolle zu halten. Ihr müsst dazu wie beim Slalom in weiten Kurven über die gesamte Straßenbreite fahren. Am Ende eurer Schwünge fahrt ihr dann einfach parallel zum Hang oder sogar ein wenig den Hang hinauf, je nach Geschwindigkeit. Zum Üben eurer Abfahrt solltet ihr aber nicht gleich auf den höchsten Berg steigen. Beginnt am Fuße des Berges und erobert ihn von unten nach oben. Mit jeder Fahrt könnt ihr ein wenig höher klettern und von weiter oben starten. Dabei solltet ihr außerdem versuchen, eure Schwünge auf immer schmaleren Straßen fahren zu können.
Schon beim Kauf der passenden Ausrüstung gilt es einige Dinge zu beachten. Hierbei solltet ihr vor allem Wert auf Qualität legen. Eure Schuhe sollten aus einer weichen Innenschale zum schnüren und einer Ummantelung aus Hartplastik mit Skibindung bestehen. Der Schuh muss genau passen und sollte keine Druckstellen verursachen. Am besten probiert ihr den Schuh mindestens 5 Minuten lang an (besser ist ein halbe Stunde) und wenn ihr dann keine Probleme damit habt, ist es der richtige.
Für Frauen gibt es inzwischen eigene Frauenmodelle, die den niedrigeren Wadenansatz und die schmaleren Füße berücksichtigen. Wenn ihr vernünftigerweise nicht unbedingt immer den neuesten Modetrend mitmachen müsst, dann kauft euch am besten die Auslaufmodelle der letzten Saison. Hier könnt ihr vor allem im Herbst tolle Schnäppchen machen und Markenschuhe zwischen 250 und 300 Mark bekommen. Was anderes als Markenschuhe und Protektoren solltet ihr euch übrigens überhaupt erst gar nicht zulegen, damit ihr den Spaß auf den Rollen auch in vollen Zügen genießen könnt. ME
     [05.10.2002]
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