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Es ist geschafft!
Die vierte und längste Etappe der weltweiten Abenteuerrenn-Serie X-adventure Raid Series endete dieses Wochenende im Biathlon-Stadium der bayrischen Alpenstadt Ruhpolding mit einem knappen Sieg...

der französischen Favoriten Team INTERSPORT vor der Schweizer Mannschaft ALLIANZ SALOMON. Die Mannschaft holt sich damit den dritten Sieg in Folge. Die österreichischen Teams BRIKO TIROL und CARINTHIAN ADVENTURE konnten trotz schwierigster Rennbedingungen den Heimvorteil für eine Top-Ten-Platzierung nützen. Das Team ALLIANZ (CH) übernimmt die Führung im Gesamtklassement.
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Mit einer Gesamtlänge von 246,1 km und insgesamt 7.643 m Höhendifferenz kündigte sich die vorletzte Etappe der X-adventure Raid Series als eine der härtesten und zugleich spannendsten an. Im Morgengrauen des 14. September standen 50 Teams aus 17 Ländern, die zu den besten der weltweiten Abenteuerrenn-Szene zählen in Kitzbühel am Start, um wichtige Punkte im Gesamtklassement der X-adventure Raid Series zu sammeln.
Bereits auf den ersten beiden Teilstücken (MTB, Trekking) versuchten die Sieger der letzten Etappe in den USA, das Schweizer Team ALLIANZ SALOMON, der Konkurrenz auf und davon zu ziehen. "Manchmal ging es zu Fuß in der Vertikale hoch, so dass man die Schuhe des Vordermanns vor der Nase hatte", beschrieb ein Team-Mitglied von ALLIANZ den Anstieg auf den 2.437 m hohen Gipfelpunkt der Strecke in dem Leoganger Steinbergen. Die Strategie machte sich bezahlt, kostete aber Ressourcen: Alain Bergers fast zwei Monate zurückliegende Knöchelverletzung machte sich bemerkbar und zwang ihn zur Zurückhaltung, lagen doch noch rund 200 km Strecke vor den Teams.
Schlimmer noch erging es den Lokalfavoriten Team BRIKO TIROL. Die Tiroler um den Innsbrucker Markus Gärtner gingen diese Etappe hoch motiviert an und konnten sich vom Start weg im Spitzentrio etablieren. Am Scheitelpunkt der Strecke kam es dann zum Einbruch: Eine wieder erwachte Knieentzündung wurde Stefan Juen zum Verhängnis. "Ich hatte das Knie mit Spritzen fit gemacht", meinte der gelernte Physiotherapeut, "aber der Schmerz wurde mit jedem Schritt abwärts stärker. Ich bin mir vorgekommen wie eine alte Frau, die zu Tale humpelt". 40 Minuten und damit 4 Ränge mussten die Tiroler auf dem Teilstück einbüßen. Die Moral war im Keller: "Wir sind vom Pech verfolgt! Auf der Frankreich-Etappe ging alles daneben, und jetzt das…" An Aufgeben war nicht zu denken, denn BRIKO TIROL hat ein Ziel vor Augen: die neuerliche Qualifikation für den Raid Gauloises 2003.
ALLIANZ ließ auch bei den nachfolgenden Kanuetappen auf der Saalach keine Zeit liegen. "Wir haben versucht, diesen Schwachpunkt auszumerzen und seit dem letzten Wettkampf einiges an Paddel-Technik dazu gelernt." INTERSPORT (FR), die bislang noch jede X-adventure Raid Series Etappe, bei der sie angetreten waren, für sich entscheiden konnten, rückten näher, konnten ihren Rückstand (5') aber auch auf den nächtlichen Trekking- und MTB-Etappen nicht vollends wettmachen.
Nach 168 km Tagespensum erreichten die beiden ersten Teams nach Mitternacht das Nachtlager, gefolgt von den routinierten Spaniern INTERSPORT EXTREM und den Bergläufern von SAAB SALOMON (UK) - für kurze drei Stunden Schlaf.
Die erste Etappe (Inline-Skating) des Folgetages musste aufgrund starken Regens und rutschiger Fahrbahn annulliert werden und das Rennen wurde mit einer Trekkingetappe bei Regen und Hagel auf den Wilden Kaiser (1.360 m Höhendifferenz) fortgesetzt. Beim Abstieg gelang es den drei Männern von INTERSPORT, mit ALLIANZ gleich und schließlich vorbei zu ziehen. "Wir haben diese Etappe als gemischtes Team mit Bettina absolviert, daher war es unmöglich, mit INTERSPORT mitzuhalten", so der Schweizer Teamkapitän. Noch hoffte ALLIANZ im Kanu und beim letzten Abseil-Teilstück an die Führenden heranzukommen, aber die Franzosen waren auf den verbleibenden zwei Mountainbike-Teilstrecken einfach unschlagbar: Der Siegerapplaus bei Sonnenschein im Biathlonstadium von Ruhpolding galt einmal mehr INTERSPORT.
"Trotz dreimaligem Sieg ist noch einiges bei uns verbesserungswürdig", meinte Héléne Rochas nach dem Zieleinlauf. "Der ständige Druck, den ALLIANZ auf uns ausübt, zwingt uns zu enormer Aufmerksamkeit. Ein Vorsprung von 3, 4 Minuten ist aufgrund eines Orientierungsfehlers leicht zu verlieren. Aber sportlich macht dieses Duell den Wettkampf natürlich spannend", so Team-Kapitän Rudy Gouy.
Ein Orientierungsfehler auf der samstäglichen Nachtetappe war es auch, der die mitfavorisierten französischen Teams VSD-EIDER (Sieger des diesjährigen Raid Gauloises in Vietnam) und die Führenden im Gesamtklassement der Series, SPIE, aus dem Kampf um den Sieg vorzeitig ausschieden ließen. Nicht viel besser erging es den siegverwöhnten Finnen von NOKIA. Beim Sprung in die reißenden Wasser der Seisenberger Klamm (Sektion Wasserfallklettern am ersten Renntag) hatte sich Kapitän Petri Forsman den Knöchel verletzt und musste letztendlich glücklich sein, das selbst gesteckte Minimalziel eines Top-5-Finishes zu erreichen.
Ungebrochener Teamgeist und bedingungsloser Einsatz verhalfen Team BRIKO TIROL auf den ausgezeichneten 6. Platz. Uneingeschränktes Lob galt dabei vor allem Christine Padlogg, die am zweiten Renntag keine einzige Etappe pausieren durfte, da Stefan Juen nur mehr unter starken Schmerzen einsatzfähig war. "Es war zeitweise einfach mörderisch. Vor allem wenn dir dann auch noch der Hagel ins Gesicht schlägt… Heute haben wir wirklich letzte Reserven mobilisiert. Aber um genau das geht es ja im Abenteuer Sport - über sich selbst hinauswachsen zu können", so ein ebenso erschöpfter wie überglücklicher Markus Gärtner im Ziel.
Die nächste und letzte Etappe der X-adventure Raid Series findet Mitte Oktober in der spanischen Sierra Nevada statt. BRIKO TIROL und das österreichische Team CARINTHIAN ADVENTURE um Mario Bürger werden dabei ihre Chancen wahren, Österreich beim nächsten Raid Gauloises zu vertreten. Nicht mehr dabei sein werden jedoch nach dem heutigen Wettkampf Deutschlands Vorzeigeteam GERMAN 4 aus Berlin, das sich auf dieser Quali-Etappe mit einem 34. Rang unter 50 Teams bescheiden musste. "Wir sind einfach 'trainingsmäßig' auf lange Wettkämpfe eingestellt. Ich könnte jetzt nach einer Stunde Pause noch locker weitermachen", meinte Sven Günther. "Aber die engen Zeitfenster auf diesem Wettkampf machen uns zu schaffen." Das Berliner Team hatte aufgrund knapp bemessener Startzeiten einige Sektionen überspringen müssen und dafür heftige Zeitstrafen kassiert.
weitere Informationen (in Englisch) zu diesem und weiteren Wettkämpfen
unter www.raidseries.com ME
     [18.09.2002]
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