
Sönke Steiner hat seinen vierten Ironman absolviert.| « zurück zum Leitartikel |
Der IRONMAN Austria 2009 in Klagenfurt / Österreich liegt hinter Sönke Steiner. Uns stand er in einem Interview Rede und Antwort.
Anzeige fit1: Wie lange hast du trainiert, um dich auf den diesjährigen Ironman vorzubereiten?
Sönke Steiner: Für mich war es der vierte Ironman, von daher ist die Grundkondition bereits vorhanden. Aber natürlich muss ich trotzdem intensiv trainieren. Mit den strengen Trainingseinheiten habe ich Anfang Dezember, also sieben Monate vor dem Start, begonnen.
fit1: Wie intensiv war das Training?
Sönke: Das Training umfasst mehr als zehn Stunden in der Woche. Dazu zählen das tägliche Jogging am Morgen und lange Trainingseinheiten am Wochenende.
fit1: Musstest du dich währen der Trainingsphase irgendwie umstellen, zum Beispiel ernährungstechnisch?
Sönke: Zuerst einmal: Müssen tut man gar nichts. Ich habe allerdings in der Tat einiges geändert. Beim Material fürs Radfahren habe ich Verbesserungen vorgenommen. Ich bin auf voll-Carbonfelgen, eine neue Schaltungsgruppe und Aerolenker umgestiegen. Auch meine Ernährung habe ich dieses Mal umgestellt. Ab Januar fing ich an, mich vollständig nach dem Konzept von Metabolic Balance zu ernähren.
fit1: Wie hast du dich auf die unterschiedlichen Disziplinen vorbereitet? Beim Ironman stehen schließlich 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen auf dem Programm. Hast du für alle Disziplinen gleich intensiv trainiert?
Sönke: Nein, das habe ich nicht. Ich habe dieses Jahr das Schwimmen komplett ignoriert und war nur sehr wenig im Hallenbad. Das hat meine Schwimmzeit von 1:34 h dann auch gezeigt. Sehr stark konzentriert habe ich mich auf das Laufen. Das kann man überall trainieren. An den Wochenenden waren dann die Radeinheiten dran.
fit1: Wie bringst du das intensive Training für einen Ironman und deinen Job als Sales-Coach bei INJOY unter einen Hut?
Sönke: Dazu gehört schon ein gewisses Maß an Disziplin. Es nicht gerade leicht, wenn man wie ich einen zehn bis zwölf Stunden Job hat. Aber es gibt den Morgen und die Mittagspausen. Unter der Woche muss man sich dann eben darauf konzentrieren.
fit1: Wie viel freie Zeit bleibt einem bei Job und Training auf einen Ironman noch?
Sönke: Das ist eine organisatorische Frage. Aber es ist wenig. Vor allem, da ab Mai fast jedes zweite Wochenende ein Wettkampf ansteht.
fit1: Hast du eine Lieblingsdisziplin? Welche Disziplin liegt dir am meisten? Welche am wenigsten?
Sönke: Da ich vom Radfahren komme, ist das meine stärkste Disziplin. Mittlerweile reiht sich aber auch das Laufen auf der gleichen Ebene ein.
fit1: Wie hast du dich während des Ironman gefühlt?
Sönke: Nachdem ich einiges, auch ernährungstechnisch, umgestellt habe, ging es mir von der Seite her super. Nach 140 km auf dem Rad habe ich dann aber schon die wenigen Trainingskilometer gemerkt und schwere Beine bekommen.
fit1: Ein solcher Ironman geht über Stunden. Kommt man irgendwann einmal an einen so genannten „toten Punkt“?
Sönke: Ja, den hat man. Aber das ist reine Kopfsache. Ich motiviere mich, indem ich mir sage: Noch 40 km Radfahren, noch 30 km. Das hat bis jetzt immer bestens funktioniert. Wenn du dann in die Wechselzone kommst, dein Rad abstellst, die Laufschuhe anziehst und siehst, dass du nun auf Zielkurs bist, dann kommt die Motivation von ganz alleine.
fit1: Hast du während eines Ironman schon jemals an Aufgabe gedacht?
Sönke: Das habe ich. 2008 habe ich meinen dritten Ironman in Roth nach 90 km Radfahren wegen Unterkühlung abgebrochen. Die Gesundheit geht nun einmal doch vor.
fit1: Bist du zufrieden mit deinen Leistungen beim diesjährigen Ironman?
Sönke: Ja, weil ich weiß, dass ich einen Fulltime-Job habe und nicht so trainieren kann wie ich es für einen Ironman eigentlich müsste.
fit1: In unserem Vorbericht stand, dass das erklärte Ziel vor dem Ironman war, deine eigene Bestzeit von elf Stunden und 13 Minuten zu unterbieten. Ist dir das gelungen?
Sönke: Ich habe es geschafft – um genau 16 Minuten. Meine neue Bestzeit liegt nun also bei 10:57 Stunden.
fit1: Wie wichtig ist bei einem solchen Wettkampf die Unterstützung durch Familie und / oder Freunde? War beim IRONMAN Austria jemand zum Anfeuern dabei?
Sönke: Die Unterstützung, die ich erfahre, ist sehr groß. Vor allem die meiner Freundin. Sie ist bei jedem Rennen dabei und reicht mir an den vorher abgesprochenen Plätzen meine Getränke. Sie gibt mir auch meine Zeiten, vor allem beim Laufen, durch.
fit1: Bist du auch beim IRONMAN Austria 2010 dabei?
Sönke: Jein... Ich werde mich nächstes Jahr nicht auf der Ironman-Distanz blicken lassen, sondern werde mich an der 70.3 versuchen. Das ist die Mitteldistanz mit 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21 km Laufen.
fit1: Was sind deine nächsten Pläne?
Sönke: Das konkrete Ziel für das nächste Jahr ist die Weltmeisterschaft in der Mitteldistanz. Die findet im November in Florida statt.
fit1: Wie sieht dein Wettkampfjahr 2010 aus?
Sönke: Starten werde ich wohl am 30. Mai in St. Pölten / Österreich mit der Mitteldistanz. Eine Woche später steht dann die Kraichgau Challenge an, wo ich ebenfalls über die Mitteldistanz starten werde. Zwei Wochen später werde ich dann beim Erdinger Triathlon über die olympische Distanz gehen. Hier gilt es, 1,5 km Schwimmen, 40 km Rad fahren und 10 km Laufen zu absolvieren. Mein Ziel ist ein Platz unter den Top Ten. Je nachdem wie es läuft, plane ich einen weiteren Start über die olympische Distanz in Hamburg. Spannend wird es dann am 25. Juli in Antwerpen beim 70.3. Hier muss die Form stimmen, weil die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Florida geschafft werden soll. Im September ist ein weiterer 70.3 in Walchensee / Österreich geplant, im November soll es dann nach Florida zur WM gehen. Was danach passiert, weiß ich heute noch nicht. Ich wollte ja auch eigentlich immer nur einen einzigen Ironman absolvieren – und zwar in 2006...
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