
"Wüstenschiff" Danny Verdam kann es kaum erwarten: Der Marathon rückt näher - und mit ihm auch das Bewusstsein, sich bald erneut dem absoluten Härtefall auszusetzen. Doch Danny bleibt entschlossen: "Ich freue mich, wenn es endlich los geht!" fit1 begleitet ihn in den letzten Zügen seines Warm-Up's...| [SerienStart] Teil [01] [02] [03] [04] [05] [06] [07] [08] [09] [10] |
Wüstenmarathon-Teilnehmer Danny Verdam schildert seine Eindrücke von der Vorbereitung, knapp 14 Tage vor seinem Abflug in die Wüste Marokkos.
Anzeige "Ich bin froh wenn's jetzt endlich losgeht!" Irgendwann kommt so ein Punkt, an dem man wenig Bock hat und anfängt, Zweifel aufkeimen zu lassen. Die vielen Monate der Vorbereitung kratzen schon ziemlich an der psychischen und physischen Verfassung, hinzu kommt dass mich seit 2 ½ Wochen eine Erkältung in ihren Bann gezogen hat und ich weniger zum Trainieren komme. Vielleicht tut es dem Körper aber auch mal gut, die km-Zahl zu reduzieren.
Dazu macht mein Knie wieder Probleme. Scheiße! Seit 20 Jahre laufe ich mit gerissenen Kreuzbänder herum, dazu schon seit 2 Jahren mit einem entzündeten Schleimbeutel. Ob das Laufen so gesund ist? Nein, nicht wirklich, obwohl mir erstaunlicherweise die meisten Ärzte raten, den Sport nicht aufzugeben. In der Armee sind mir einmal die Bänder gerissen und ich bin offiziell zu 15% gehbehindert. Wenn das Laufen eines Tages nicht mehr geht, werde ich wahrscheinlich zum Inline Skater...
Gut gelaunt vor dem Start: Danny steckt in den letzten Zügen seiner Vorbereitung auf den Marathon...Medizinisch werde ich seit 4 Jahren von Dr. Buhl und seinem Team betreut, einem anerkannten Spezialisten im Bereich der Leistungsdiagnostik. Er ist dem Medizinischen Zentrum Parkhöhe in Bad Wildungen angeschlossen (www.parkhoehe.de). Die Verbundenheit mit dem Team ist so groß, dass ich in Bad Wildungen auch selbst Laufseminare durchführe. Mit dem Support von Läufern habe ich damals vor etwa 4 Jahre angefangen, mittlerweile werden einige Läufer bereits von mir zu ihrem ersten Marathon begleitet. Für Fragen und Tipps stehe ich natürlich jederzeit, auch jetzt, zur Verfügung. Schreibt mir einfach eine eMail an sportsupport@danny-verdam.de
Professionelle Beratung sollte Pflicht sein Eine professionelle Beratung kann ich jedem empfehlen der überdurchschnittlich oft Sport betreibt. Tipps für ein sinnvoll aufgebautes Training und die Beratung für eine zielgerechte Trainingsplanung auf Basis von Leistungstests sind fast "Pflicht". Ohne EKG darf ebenfalls niemand "in die Wüste". 2 Leistungstests im Jahr zeigen mir den Stand der Dinge auf, diesen zu wissen ist enorm wichtig.
![]() Alles unter Kontrolle: Danny bei der Leistungsdiagnostik bei Dr.Buhl im Medizinischen Zentrum Parkhöhe, Bad Wildungen. Die Vorbereitung fängt bereits im Oktober an: 3 bis 4 Laufeinheiten pro Woche im GA1/ GA2 Bereich, dazu 3 Stunden Spinning Training. Bereits seit 5 Jahren unterrichte ich nebenberuflich im Body Culture Studio Indoor Cycling. Für mich ist das die beste Lösung, ohne eine zu hohe Belastung von Bänder und Sehnen in relativ hohen Pulsfrequenzen zu trainieren. Ich nenne es immer "meinen Geheimtipp". Seitdem ich Spinning fahre, werden meine Laufzeiten auf jeder Distanz besser. Die gewisse Körperspannung im Rumpfbereich und die Entwicklung der Oberschenkelmuskulatur ermöglichen schnellere Schrittfrequenzen.
Blocktraining ist "mein Ding" Ich bin ein Liebhaber von Blocktraining. Wenn die wöchentliche Kilometerzahl über 100 steigt, fange ich an, ca. 7–9 Tagesblöcke zu laufen ohne Pausentage einzulegen. Über 70% der Zeit bewege ich mich im stabilen GA1/GA2 Bereich, 20 % GA2 hoch und eine kleine 10% im Entwicklungsbereich. Wenn ich die Kilometerzahl erhöhe, dann nur im GA2 (tief). Irgendwann beinhalten die Trainingseinheiten ein Minimum von 1 ½ Stunden ( 3–4 x pro Woche), und 2 lange Einheiten 2:15 bis 2:45, meistens am Wochenende. Ich versuche nie mit Tempotraining zu übertreiben, Akzente werden nur gesetzt wenn ich mich wirklich TOP fühle. Eine gute Form kann bei zu viel Training schnell kippen. Aus 4 werden dann 5 Laufeinheiten pro Woche und allmählich steigt die Kilometerzahl.
Der "Autor" und seine Knie: Der gerissene Schleimbeutel im rechten Knie machte Danny während des Marathons zu schaffen.Dieses Jahr habe ich 2 gute Trainingsblöcke umgesetzt: Ein Trainingslager in Ägypten Anfang Dezember, 330km in 13 Tage und im Februar 2 Wochen mit jeweils 160km, was dann auch tägliches Training beinhaltet. Knallehart für die Psyche, aber absolut geil wenn das Programm zu Ende ist. Ihr müsst dabei bedenken, dass mein Arbeitspensum bei ca. 240 Stunden pro Monat liegt.
Vorbereitung ist ein Teil des Wettkampfes Ja, die Vorbereitung ist schon ein Teil des Wettkampfes, der andere ist die Anpassung des Körpers an die Bedingungen und klimatischen Gegebenheiten, die in Marokko herrschen. Wir "Nordlinge" brauchen einige Tage, um uns bei diesen Temperaturen zu akklimatisieren. Erst nach 3–4 Tagen bleibt die Körperkerntemperatur einigermaßen konstant, trotz der Belastung. Das Wichtigste ist es, in regelmäßigen Abständen zu trinken und die ganze Anstrengung vernünftig einzuteilen. Wer am Anfang richtig Gas gibt, läuft am Ende der Woche wie "aufgeblasen", das garantiere ich Euch!
Der größte Feind heißt "Hitze" Die Hitze ist unser größter Feind. Bei meiner ersten Teilnahme haben wir in einer Dünenmulde 68 Grad gemessen, der blanke Wahnsinn. Bei diesen Temperaturen denkst Du, dein Verstand schmilzt und du befindest Dich in einem Film, der niemals endet. Im Jahr 2001 haben wir einen Sandsee überquert bei weit über 50 Grad. Das bedeutet: Trinken, trinken und nochmals trinken...
![]() Eine höllische Oase: Das wunderschöne Wüstenpanorama verwandelt sich während des Marathons für die Läufer in einen nahezu unbezwingbaren Feind.... Gestern abend habe ich mir das offizielle Veranstaltungsvideo bestimmt zum 100. Mal angeschaut, immer wieder aufs Neue eine sehr emotionelle Angelegenheit. Ich schließe die Augen und durchlebe dabei den Lauf in meinem Kopf, der Start, die anderen Teilnehmer, die Hürden und Hindernisse, der Zieleinlauf. Ein Wahnsinnsgefühl, besser als Sex! Tausend Emotionen stürmen auf mich ein, aus einem Glas Wein werden 2, später auch 3 - und ich fühle mich stark alleine.
Noch 2 Wochen...
Im nächsten Serienteil: Ob per Mountainbike quer durch das Gebirge des Gardasees oder hierzulande mit dem Kanu durch wilde Gewässer - Danny stellt sich jeder extremen Herausforderung! Wir haben die vielen unterschiedlichen Stationen des Holländers für Euch Revue passieren lassen. Welche interessanten Absichten dahinter steckten und was ihm dabei alles wiederfahren ist, könnt Ihr im nächsten Teil unserer Serie nachlesen.
Dazu haben wir uns für Euch ein Gewinnspiel einfallen lassen mit Preisen, die Wünsche wahr werden lassen. Also - Dranbleiben und mitmachen!
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