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Laufen Sie nur mit den Beinen oder mit dem ganzen Körper?
BodyRunning, die neue Kunst des Ganzkörperlaufens, schont Muskeln, Sehnen und Gelenke.

Wim Luijpers, 35, läuft nach eigenem Be­kunden seit er ein Jahr alt ist und – er läuft immer noch. Jeden Tag in der Woche. Meistens sogar zweimal; morgens und abends. Wenn der gebürtige Holländer mit dem österreichischen Akzent in eine neue Stadt kommt, erläuft er sie sich. Er läuft immer ohne Uhr, immer ohne Trainingsplan. Er läuft so lange und wie es ihm Spaß macht. Mal 20 Minuten, mal drei Stunden.
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"Das Wichtigste beim Laufen,” sagt der Lauf-Guru, "sind nicht die Beine. Das Wichtigste sei der Kopf.” Wim Luijpers läuft selbst immer noch mit der Leichtfüßigkeit seiner Kleinkindphase. Wie er das schafft? Er geht anders ans Laufen heran als die meisten herkömmlichen Lauftrainer, die beschränken sich darauf, Trainingspläne zu erstellen, Pulsfrequenzen aufzuschreiben, aber in den seltensten Fällen kümmern sie sich um den Stil des Läufers. Genau hier setzt Wim Luijpers, der in Österreich bereits eine riesige Fan-Gemeinde hat, an.
Als Jugendlicher gehörte er dem neuseeländischen Mittelstrecken-Nationalkader an und war ein Schützling des bekannten Lauftrainers Arthur Lydiard. Später hat er sich der Feldenkrais-Methode verschrieben und über seine Kenntnisse von Bewegungsmustern und Nervenbahnen gemeinsam mit Heimo Lercher einen neuen Laufstil entwickelt. Sein erstes Buch, "Gentle Running", gehörte in Österreich 2001 zu den meistverkauften Sachbüchern und führte monatelang die Bestseller-Listen an. Darauf folgte 2003 "Gentle Moving", in dem er seine Philosophie "Bewegen nach Feldenkrais" mit vielen Tipps darlegt. Und nun hat er ein weiteres herausgegeben. Der Titel ist wiederum Programm: "Body-Running".
"Laufen", sagt der gebürtige Holländer, "entstehe im Kleinkindalter als Schutzmechanismus gegen das Hinfallen".
Kinder laufen noch so wie es eigentlich sein sollte. Frei, unbeschwert, unabhängig. Erwachsene hingegen praktizierten eher einen kraftvollen, daher aber auch kraftraubenden Stil, den Luijpers Power­Running nennt. Dabei wird bei jedem Schritt der Fuß beim Aufsetzen abgebremst. Als Gegenbewegung hat der Mann, der heute abwechselnd in Österreich und Griechenland lebt, das Body­Running entwickelt, einen ganzheitlichen Laufstil, bei dem es nicht darauf ankommt, die Schwerkraft zu überwinden, sondern die Schwerkraft auszunutzen.
Eines seiner zwölf zentralen Prinzipien lautet: "Je weiter und höher die Beine rückwärts pendeln, desto länger werden die Schritte." Der Laufimpuls der Beine sei demnach nicht das Abstoßen vom Ballen, sondern das Anheben der Füße. Und dadurch, dass der Fuß unter oder hinter dem Körperschwerpunkt aufgesetzt werde, werde auch das Abstoppen der Laufbewegung vermieden. Dieses Aufsetzen der Füße wird allerdings nicht bewusst ausgeführt, sondern ergibt sich passiv und automatisch beim Vorwärtspendeln der Beine
Kurzum: Das Wichtige ist nicht der Krafteinsatz, sondern das Pendeln der Beine. Dadurch würde weniger kinetische Energie vergeudet. Muskeln, Gelenke und Bänder würden es dem Läufer danken. Denn dadurch ließen sich die meisten laufbedingten Verletzungen verhindern.
"Laufen", schreibt der Lauf-Guru, "ist die natürlichste Art der Fortbewegung. Viele Erwachsene verlieren aber mit den Jahren die Leichtfüßigkeit ihrer Jugend. Die unerfreuliche Folge: Die meisten Hobbyläufer strengen sich mehr an als nötig und leiden an Überlastungsschmerzen."
Das Prinzip von BodyRunning: Es überlässt das Laufen längst nicht nur den Beinen. In zehn Lektionen mit 41 praktischen Übungen lernt der Leser Laufen als Mannschaftssport kennen und seinen Körper als "Team" verstehen. Kopf, Oberkörper, Schultern, Arme, Becken, Beine und Füße spielen beim Ganzkörperlaufen wie eine Mannschaft zusammen.
Dafür benutzt Luijpers die Erkenntnisse des israelischen Forschers Dr. Mosche Feldenkrais, der eine Methode begründet hat, eingeschliffene Nerven- und Muskelbahnen neu zu organisieren. Oft wird Feldenkrais isoliert gelehrt und nicht in Kombination mit einer Sportart. Luijpers hingegen will mit Hilfe von Feldenkrais die Bewegungsintelligenz des Körpers beim Laufen steigern.
Diese Technik soll sowohl Hobbyläufern ermöglichen, mit gleicher Kraft schneller zu laufen – oder bei gleichem Tempo mit weniger Kraft auszukommen. Neueinsteiger vermeiden mit BodyRunning falsche Bewegungsmuster, die oft zu Anfängerbeschwerden wie Knieschmerzen, Prellungen oder Zerrungen führen. Und Spitzensportler würden ökonomisch Laufen lernen und sich dadurch immer weiter entwickeln . Das Motto von Wim Luijpers: "Der ganze Körper muss zum Laufen gebracht werden – es geht ums Laufen mit Körper, Geist und Seele, das ist es!" RS
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     [21.06.2005]
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