
Slalomparcours? Schleuderplatte? Plötzlich auftretende Hindernisse? Wie mir ein Fahrtraining helfen soll, Stress abzubauen – das kann ich mir vor der Teilnahme am "SPEED & BALANCE"- Workshop auf dem Nürburgring wirklich nicht vorstellen. Leicht skeptisch mache ich mich Samstagmorgens auf den Weg in die Eifel, um gemeinsam mit elf anderen Frauen das Abenteuer Entspannung zu meistern. Im Hotel angekommen, lerne ich erst einmal die anderen Teilnehmerinnen kennen – alles erfolgreiche Karrierefrauen. Zum Beispiel eine Ingenieurin, die Rennautos konstruiert, eine Marketing-Managerin, die Geschäftsführerin einer Druckerei, andere Journalistinnen und einige Frauen, die sich über den ACV (Automobil Club Verkehr), dem Seminarveranstalter angemeldet haben. Kaum eine arbeitet täglich weniger als zwölf Stunden!
Anzeige Entwickelt hat die außergewöhnliche Kombination aus Entspannungs-Workshop und Fahrsicherheitstraining die 44jährige Medienfachfrau Sabine Köhne. Als TV-Journalistin und Motorsportexpertin gibt sie selbst seit mehr als 20 Jahren Vollgas. Jetzt will sie mir und meinen Leidensgenossinnen zeigen, wie man auch unter Dauerbelastung die innere Balance behält. "Ein reines Wellness- Wochenende bringt Euch nicht viel", meint Sabine Köhne. "Ihr müsst einfach lernen, Euch gerade im Job zwischendurch immer wieder zu entspannen."
Damit wir alle nach einer anstrengenden Arbeitswoche erst einmal runterkommen, ist der Samstag der Balance gewidmet. Zunächst bekommen wir alle Polar- Uhren und per Herzfrequenzmessung wird unsere Fitness gecheckt. Oje – Kaffee und Zigaretten lassen mich ganz schön alt aussehen! Wir probieren verschiedene Methoden zur Stressbewältigung aus – Atemtechnik, Konzentrations- und Entspannungsübungen. Auch Walking und Wellness stehen auf dem Programm. Nebenbei gibt uns Mentaltrainerin Silvia Blereau (www.beinbalance.de) Tipps für den Berufsalltag – Übungen, die man auch schnell mal zwischen zwei Meetings machen kann. Klasse, denke ich – und fühle mich sehr entspannt!
Am nächsten Morgen geht es endlich auf den Nürburgring. Bevor wir auf die Piste dürfen, müssen wir im Fahrsicherheitszentrum jedoch erst Theorie pauken. Und dann ist es so weit: Plötzlich auftretende Hindernisse, Vollbremsungen auf nasser Fahrbahn, Slalomparcours – eine Extremsituation nach der anderen treibt meinen Adrenalinspiegel in die Höhe! Nur einmal zu heftig gegengelenkt – und schon gerät der 265 PS starke Subaru ins Schleudern. Eine völlig neue Erfahrung – allerdings eine, auf die ich im Alltag gut verzichten kann! Die Techniken, die ich heute gelernt habe, nützen nicht nur meinen Fahrkünsten, sondern lassen sich auch auf meinen Berufsalltag übertragen. Schließlich führt auch im Job übertriebener Aktionismus meistens zu unerwünschten Reaktionen. Ich begreife: Lieber mal einen Gang runterschalten und das Lenkrad mit viel Fingerspitzengefühl anfassen!
Übrigens: Was man mit einem schnellen Auto alles machen kann, wenn man es wirklich beherrscht, erfahre ich zum Abschluss des Seminars. Sabine Köhne hat als besonderen Leckerbissen eine Taxifahrt über die legendäre Nordschleife organisiert. Rennfahrer Jörg van Ommen chauffiert uns über die Strecke – mit 220 Stundenkilometern. Mit leicht wackligen Knien, aber glänzenden Augen steige ich wieder aus. Jetzt weiß ich, was Speed ist. Trotzdem: Nach diesem Wochenende fühle ich mich so relaxt wie lange nicht!
Autorin: Andrea Friedrich, Journalistin Weitere Informationen unter: www.speed-and-balance.de |