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Schonen Sie Herz-Kreislauf-Kranke nicht
Die Zeiten, als man Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine weitgehende körperliche Schonung verordnete, sind vorbei. Stattdessen empfiehlt sich eine moderate körperliche Aktivität wie z.B. Wandern. Eine solche Freizeitaktivität ist nicht nur kardioprotektiv, sondern verbessert auch die Lebensquali­tät.

Jedoch gibt es keine allgemeinen Empfehlungen für Herz-Kreislauf-Patienten, die körperliche Aktivität müsse der körperlichen Belastbarkeit angepasst werden
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Durch eine kontinuierliche moderate sportliche Betätigung kann der Krankheitsverlauf und die Mortalität günstig beeinflusst werden. Außerdem wird das mit einer dauerhaften Immobilität verbundene Risiko sekundärer Folgeerkrankungen wie z.B. thromboembolischer Komplikationen vermindert. Um Überbelastungen des Herzens zu vermeiden, sollte bei Herzpatienten vor Beginn der sportlichen Aktivität eine Fahrradergometrie durchgeführt werden. Dabei wird die symptomfreie Belastbarkeit ermittelt. Werden mehr als 1,5 Watt/kg KG symptomfrei toleriert, so kann dem Patienten auch durchaus Bergwandern in mittleren Höhenlagen empfohlen werden.
Die günstige Wirkung moderater körperlicher Aktivität wie Wandern beruht auf unterschiedlichen Mechanismen
Bei vielen Herz-Kreislauf-Patienten besteht ein erhöhter Sympathikotonus, durch den die verminderte Pumpfunktion des linken Ventrikels kompensiert wird. Dadurch wird jedoch auch die Herzfrequenzvariabilität vermindert, was ein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche ventrikuläre Arrhythmien darstellt. Regelmäßiges Bewegungstraining wirkt dem entgegen. Einmal wird die metabolische Energiebereitstellung in der Skelettmuskulatur ökonomisiert und die arterioläre Vasoreagibiliät verbessert. Dies führt zu einem leichten Absinken des Blutdrucks und der Herzfrequenz und somit zu einer Verminderung des myokardialen Sauerstoffverbrauchs. Aber auch die Atemmechanik wird optimiert, und insbesondere atherogene Risikofaktoren wie Übergewicht und Störungen des Fett- bzw. Kohlenhydratstoffwechsels werden günstig beeinflusst. Außerdem wird das Immunsystem gestärkt.
Neuere biostatische Berechnungen hätten ergeben, dass ein regelmäßiger Verbrauch von mindestens 2000 Kalorien wöchentlich die Lebenserwartung um eineinhalb Jahre verlängere
Ebenso wichtig sind jedoch die psycho­sozialen Wirkungen des Freizeitsportes. Wandern wird deshalb von den meisten Menschen nicht als Anstrengung empfunden, sondern als erholsames Naturerlebnis, das hilft, Alltagsstress abzubauen. FW
     [22.02.2004]
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