
Das Unfallrisiko minimieren.Schnee, Sport, Spaß: Wer in den Winterurlaub startet, denkt meist nicht an einen Unfall. Doch der Stiftung Warentest zufolge verunglücken jährlich rund 60.000 Wintersportler auf der Piste. Entscheidend für das Unfall- und Verletzungsrisiko von Snowboardern sind das individuelle Können, die Risikobereitschaft und auch die Ausrüstung. Christophe Schmidt, der Deutsche Meister in der Halfpipe, erklärt, wie man Verletzungen vermeiden kann.
Anzeige In rasantem Tempo verschneite Hänge hinuntersurfen oder im Boarder-Funpark Sprünge wagen, macht zwar viel Spaß, ist aber nicht ganz ungefährlich. Das höchste Verletzungsrisiko haben Anfänger mit nur wenigen Tagen Snowboarderfahrung: Sie verlieren selbst im Stand oft das Gleichgewicht und fallen dann rückwärts auf den ausgestreckten Arm. Die Folge: Unterarmprellungen und -frakturen. Doch auch Fortgeschrittene sind vor Unfällen nicht sicher. Typisch für den Wintersport sind Kollisionen mit anderen Sportlern, zumal beim Snowboarden bei jedem zweiten Schwung ein toter Winkel im Blickfeld des Fahrers entsteht. Auch Selbstüberschätzung und hohe Geschwindigkeiten auf gut präparierten, aber oft harten Pisten führen zu Stürzen beim Fahren. Zusätzliche Verletzungsgefahren bergen die Funparks mit Kickern, Halfpipes oder Rails. „Im Gegensatz zu Skifahrern, bei denen vor allem die Knie gefährdet sind, verletzen sich Snowboarder meist an den oberen Extremitäten, also an Schulter, Schlüsselbein, Armen, Ellenbogen und Handgelenken“, weiß Dr. Ralf Linke, Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin am Orthopädiezentrum München.
Fitness und Falltechnik – Vorbereitung ist wichtig Mit Hilfe einer guten Ausrüstung und dem richtigen Verhalten auf der Piste lässt sich das Unfallrisiko jedoch verringern. Das geht bei der Vorbereitung los: Viele Verletzungen entstehen, wenn Freizeitsportler nicht ausreichend körperlich fit sind. Deshalb sollte man unbedingt aufhören, wenn man müde wird. Gerade die Abfahrten am späten Nachmittag sind laut Unfallstatistik die verletzungsträchtigsten. Zerrungen riskiert auch, wer sich in der Kälte nicht genügend aufwärmt. Bringt man den Körper vor der ersten Abfahrt aber in Schwung, verbessert sich nachweislich die schnelle Wahrnehmung und Reaktion in kritischen Situationen. Snowboard-Pro Christophe Schmidt empfiehlt zudem den Besuch eines Vorbereitungskurses: „Anfänger sollten das Snowboarden nicht einfach ausprobieren, sondern sich die Grundlagen und das Fallen vom Profi beibringen lassen. Mit der richtigen Anleitung sind viele Unfälle ganz zu vermeiden und die richtigen Sturztechniken sorgen dafür, dass Verletzungen oft weniger schwer ausfallen.“
Richtiges Verhalten vermeidet Kollisionen Zusammenstöße auf der Piste lassen sich vor allem durch vorausschauendes Fahren und rücksichtsvolles Verhalten vermeiden. Das bedeutet beispielsweise, nie auf eine Piste einzubiegen oder loszufahren, ohne zu schauen, ob ein anderer Snowboarder oder Skifahrer von oben kommt. „An Engpässen oder schlecht einsehbaren Stellen auf der Piste, beispielsweise hinter Kuppen, sollte man sich nicht unnötig lange aufhalten“, rät der Snowboard-Profi. „Und wer springen möchte, muss grundsätzlich immer sicherstellen, dass er freie Bahn hat.“ Auch die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten führe oft zu Stürzen.
Eine gute Ausrüstung schützt bei Stürzen Ebenfalls wichtig: eine qualitativ hochwertige Ausrüstung. „Das richtige Equipment bietet Schutz vor Verletzungen und Funktionskleidung kann die Leistungsfähigkeit sogar erhöhen“, so der Deutsche Meister in der Halfpipe. Außerdem sollten Anfänger wie Fortgeschrittene Protektoren tragen. „Ich trage immer Handgelenkschützer, Knieschoner und Impact-Shorts mit Polsterungen im Bereich der Hüfte und des Steißbeins. Das hat mir schon oft geholfen, Verletzungen zu vermeiden.“ Bei einigen Stürzen hätte er ohne Protektoren bestimmt mehr Prellungen, Verstauchungen oder gar einen Knochenbruch abbekommen, vermutet Schmidt und rät: „Insbesondere in Park und Pipe würde ich jedem Fahrer empfehlen, auch einen Helm zu tragen.“
Schnelle Hilfe bei Prellungen und Stauchungen Wenn trotz aller vorbeugender Maßnahmen doch etwas passiert, ist schnelles Handeln wichtig. Dr. Ralf Linke empfiehlt einen sofortigen Arztbesuch, wenn die Beweglichkeit des betroffenen Körperteils stark eingeschränkt oder eine Belastung gar nicht mehr möglich ist. Stumpfe Verletzungen wie Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen lassen sich allerdings mit der PECH-Formel einfach und effektiv selbst behandeln: Pause – Eis – K(C)ompression – Hochlagern. „Also schnell mit Eis oder Schnee kühlen, damit die Schwellung gehemmt wird, einen stabilen Verband anlegen und das verletzte Körperteil hochlegen“, empfiehlt der Experte. Durch das Auftragen einer Schmerzsalbe (z.B. Mobilat® DuoAktiv), die Sportler für Notfälle immer im Reisegepäck haben sollten, lässt sich der Heilungsprozess noch beschleunigen. Die Wirkstoffe können nicht nur den Schmerz lindern, sondern auch Entzündungen hemmen sowie die Rückbildung von Blutergüssen und die Regeneration des Gewebes fördern. „Nach dieser Behandlung und einer angemessenen Ruhepause ist man schnell wieder fit für die Piste“, so Linke.
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