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Sport ist doch kein Mord
Gesundheitsnutzen größer als Verletzungsrisiko.

„Sport ist Mord“, lautet eine Schutzbehauptung vieler Menschen, die den Kampf gegen ihren inneren Schweinehund verloren haben. Und die Statistik scheint ihnen auf den ersten Blick sogar recht zu geben: In Deutschland ziehen sich jedes Jahr bis zu zwei Millionen Sportler Verletzungen zu. Das Verletzungsrisiko hängt dabei von unterschiedlichen Faktoren ab: Im Wettkampf beispielsweise kommt es doppelt so häufig zu Unfällen wie im Training, Fußballer sind laut Statistik gefährdeter als Tennisspieler und bei der gleichen Sportart verletzten sich Männer doppelt so häufig wie Frauen. Doch angesichts der etwa 36 Millionen Menschen, die hierzulande regelmäßig Sport treiben, relativiert sich die Zahl der Sportverletzungen sehr schnell: Die Quote der Sportunfälle, die einen Arztbesuch nach sich ziehen, liegt lediglich bei etwa fünf Prozent. Und die Mediziner sind sich längst einig, dass der gesundheitliche Nutzen des Sports die Risiken um ein Vielfaches überwiegt.
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Sportliche Betätigung spielt in unserem Leben eine immer größere Rolle. Der Traum von der Traumfigur und neue Trendsportarten, aber auch das wachsende Gesundheitsbewusstsein tragen dazu bei, dass die Zahl der Freizeitsportler in Deutschland zunimmt: Wer fit bleiben und gesund altern will, kommt an regelmäßiger Bewegung nicht vorbei. Fitnessstudios und Sportvereine boomen. Neben den Klassikern wie Laufen oder Fußball werden heute häufig schnelle und gefährliche Sportarten wie Kitesurfing und Wildwasser-Canoeing, Klettern und Mountainbiking bevorzugt. So wurden Trendsportarten wie Snowboarden oder Inline-Skaten zur Massenbewegung. Dementsprechend zeigt sich auch bei den Sportverletzungen eine steigende Tendenz.
Ein Drittel aller Unfälle ist harmlos
Streng genommen gehört dazu auch der Muskelkater, der häufig nach ungewohnten Bewegungsabläufen auftritt. Dabei erleiden die Muskelfasern eine Mikrotraumatisierung, also kleinste Verletzungen. Da deswegen jedoch kaum jemand einen Arzt aufsucht, ist die Häufigkeit von Muskelkater statistisch nicht erfasst. Zu den häufigsten statistisch erfassten Sportverletzungen zählen mit einem Anteil von 35 Prozent Prellungen und Zerrungen. Nicht überraschend, denn das ist bei nahezu jeder Sportart schnell passiert – sei es, dass man beim Handball mit jemandem zusammenprallt, beim Skilaufen ungeschickt hinfällt oder beim Tennis mit dem Fuß umknickt. Schwerere Verletzungen wie Knochenbrüche, beispielsweise durch einen Sturz beim Inline-Skaten, und Verrenkungen z. B. des Schultergelenks folgen an zweiter Stelle. Sie haben einen Anteil von 28 Prozent der Verletzungsstatistik. Bei 21 Prozent der Sportunfälle kommt es zu Muskel-, Sehnen- und Bandverletzungen. Dazu zählt beispielsweise der Kreuzbandriss, der beim Fußball häufig vorkommt.

Foto: Mobilat
Gefahr für Sportlerbeine
Die Verletzungen sind nicht gleichmäßig auf die Körperpartien verteilt: In 52 Prozent aller Fälle sind Sportlerbeine und -füße die Leidtragenden, gefolgt von Armen und Händen, die 27 Prozent aller Verletzungen aushalten müssen. Der Kopf ist bei 15 Prozent der Verletzungen betroffen. Am wenigsten muss der Rumpf einstecken: Er bekommt nur sechs Prozent aller Sportverletzungen ab.
Unterschiedlich großes Risiko
Einen Überblick über das Verletzungsrisiko bei den unterschiedlichen Sportarten verschafft ein Blick in die Unfallstatistik. Gefährlich sind vor allem die typischen Mannschaftssportarten mit Körperkontakt. Fußball liegt bei Männern mit 34 Prozent ganz vorne, bei Handball beträgt das Risiko acht, bei Volleyball fünf Prozent. Dazwischen, auf Rang zwei, liegt allerdings mit zwölf Prozent der Skisport. Da Frauen weniger Fußball spielen, zeigt sich in der Hitliste ein etwa anderes Muster: Hier führt Handball mit 21 Prozent, gefolgt von Volleyball und Gymnastik mit jeweils elf Prozent sowie Fußball und Turnen mit jeweils neun Prozent. Auch der Reitsport liegt bei Frauen mit sieben Prozent relativ weit vorne. Allgemein scheinen Männer jedoch risikobereiter zu sein als Frauen: Bei Sportarten, die beide Geschlechter gleichermaßen ausüben, liegt das Verletzungsrisiko von Männern etwa doppelt so hoch.
Verletzungsrisiko senken
Das Risiko, beim Sport Blessuren davonzutragen, lässt sich jedoch individuell senken: Ein der persönlichen Kondition angepasstes Trainingsprogramm mit einer ausreichend langen Aufwärmphase vermeidet Überlastungen und Zerrungen; der Sportart angemessene Schutzkleidung, wie ein Helm oder Gelenkschützer beim Skaten, kann vor Prellungen und Brüchen schützen. Auch ein Einsteigerkurs in der gewählten Sportart hilft: Wer Bewegungsabläufe richtig erlernt hat, vermeidet Über- und Fehlbelastungen. Mit der entsprechenden Vorbereitung wird Sport dann zu dem, was er für die Mehrheit auch sein soll: ein gesundes Freizeitvergnügen.
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Weitere Informationen unter www.mobilat.de
[ LP ]
     [08.10.2008]
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