
Kalzium allein reicht nicht, um Osteoporose zu vermeiden – erst die Kombination mit Vitamin D sorgt für feste Knochen, berichtet heute Diplom Oecotrophologin Katrin Raschke von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen. Daher empfiehlt Gesellschaftssprecher Sven-David Müller allen osteoporosegefährdeten Menschen, neben Kalzium auch Vitamin D zu supplementieren, um ihre Knochen vor Brüchen zu schützen. In einer aktuellen Studie werteten Wissenschaftler die Ernährungsgewohnheiten von 72.337 postmenopausalen Frauen über 18 Jahre hinweg aus. Frauen, die täglich mindestens 12,5 Mikrogramm Vitamin D aufnahmen hatten ein um 37 Prozent geringeres Risiko einer Hüftfraktur als Frauen, die täglich weniger als 3,5 Mikrogramm Vitamin D aufnahmen. Vitamin D ist unentbehrlich für die Kalziumabsorption und den Einbau von Kalzium in den Knochen.
Anzeige Optimale Wirkung bei ausreichend Kalzium Es kann natürlich nur dann optimal wirken, wenn gleichzeitig ausreichend Kalzium vorhanden ist. Daher bietet sich für osteoporosegefährdete Menschen die Einnahme von Präparaten mit einer Kombination aus Kalzium und Vitamin D an, empfiehlt Raschke. Die Kalzium-Zufuhr ist nach einer Auswertung der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in allen Altersgruppen unzureichend. Eine Unterversorgung mit Vitamin D ist in Deutschland vor allem bei Senioren häufig. Der Ernährungsbericht 2000 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Bonn gibt an, dass Frauen über 65 Jahre nur durchschnittlich 50 Prozent der empfohlenen Vitamin D-Menge aufnehmen, männliche Senioren rund 70 Prozent.
Die Hauptnahrungsquellen Die Hauptnahrungsquellen für Vitamin D sind fetter Fisch, Margarine, Leber und Eigelb. Vitamin D wird bei UV-Bestrahlung auch als Vorstufe in der Haut gebildet und nachfolgend in der Niere in die aktive Form umgewandelt. Senioren verbringen meist weniger Zeit an der frischen Luft, und auch die Synthesefähigkeit der Haut lässt mit dem Alter deutlich nach. Sonnenschutzmittel setzen zusätzlich die Vitamin D-Produktion in der Haut herab. Auch die Umwandlung in der Niere und die Resorption im Darm können gestört sein. Doch gerade in der Altersgruppe der Senioren schwinden die Knochen rapide. Nicht nur schmerzhafte Knochenbrüche schon bei geringen Belastungen sind die Folge, sondern auch Lungenfunktionseinschränkungen, Immobilität und damit Einschränkungen der Selbstständigkeit. Ab dem dreißigsten Lebensjahr geht Knochenmasse verloren.
Auch Bewegung hält die Knochen lange gesund Nicht nur Senioren sind betroffen
Osteoporose ist also nicht nur ein Thema für Senioren, sondern sollte schon viel früher beachtet werden. Rechtzeitige Diagnose und Therapie könnte einen Großteil der Osteoporose-Problematik zeitlich verzögern oder sogar vermeiden. Die Gesellschaft empfiehlt ein Kombinationspräparat, das den Baustoff Kalzium liefert sowie Vitamin D, um den Einbau in den Knochen sicher zu stellen. Besonders empfehlenswert ist die Aufnahme von Kalzium als trinkbares Kalziumzitrat. Dies wird besser in den Körper aufgenommen als beispielsweise Kalzium aus Kautabletten. Viel Bewegung und eine gesunde Ernährung mit reichlich Kalzium und Vitamin D hält die Knochen lange gesund, so Raschke. Das von der Gesellschaft empfohlene Kalorien-Nährwert-Lexikon bietet farblich markiert den Kalzium-Gehalt von über 3.000 Nahrungsmitteln und zeigt so auf einen Blick, welche Lebensmittel zur knochengesunden Ernährung geeignet sind. MR
Quelle: Die Gesellschaft füt Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. Weitere Informationen unter www.ernaehrungsmed.de |