
Obligatorische Gesundheitserziehung in Kindergärten wäre jetzt der richtige Schritt.Angesichts der dramatischen Entwicklung der Kindergesundheit weist der BKK Bundesverband heute auf die Notwendigkeit einer obligatorischen Gesundheitserziehung in allen Kindertageseinrichtungen hin.
Anzeige Die heute vorgestellten Zahlen des Robert Koch Instituts (RKI) bestätigen die Erfahrungen der BKK. In den Bereichen Motorik, Bewegung, Ernährung und psychische Gesundheit fallen gravierende
Defizite vor allem bei Kindern mit Migrationshintergrund und aus sozial schwachen Familien auf. So konnte zum Beispiel seit 1974 bei Kindern zwischen 4 und 17 Jahren ein Rückgang der Kraftfähigkeit,
also grob gesprochen der Leistungsfähigkeit der Muskeln, von 14 Prozent festgestellt werden. Auch die psychische Gesundheit hat sich verschlechtert. Bei ca. 22 Prozent der untersuchten Kinder und Jugendlichen liegen Hinweise auf eine psychische Auffälligkeit vor.
"Gesundheitsförderung kann gar nicht früh genug beginnen. Daher muss der Grundstein für gesundes Verhalten neben dem Elternhaus
besonders im Kindergarten gelegt werden. Eine obligatorische Gesundheitserziehung in Kindergärten wäre jetzt der richtige
Schritt", so K.-Dieter Voß, Vorstand beim BKK Bundesverband. "Hier bedarf es einer konzertierten Aktion von Politik, Trägern von
Kindertagesstätten und Gesundheitsförderern, die in einer obligatorischen Gesundheitserziehung mündet."
Bereits seit mehreren Jahren ist die BKK mit dem Programm "Fit von klein auf" in Kindergärten und -tagesstätten aktiv, um die Gesundheit von Kindern zu fördern. Eltern und Erzieher werden gezielt über Bedeutung und Möglichkeiten zur Verbesserung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens informiert. Zudem gibt die BKK praktische
Ratschläge, wie Kinder spielerisch an eine gesunde Lebensweise herangeführt werden können. So beinhaltet der "BKK Gesundheitskoffer Fit von klein auf" viele Anregungen wie Gesundheitserziehung in
Kindertagesstätten praktisch in den Tagesablauf integriert werden kann. Mit den derzeit zur Verfügung stehenden Modulen Bewegung, Ernährung und Entspannung können Problembereiche, die in der RKI
Studie deutlich wurden, gezielt angegangen werden. Weitere Themen sind in Vorbereitung.
"Fit von klein auf" bedeutet bei der BKK aber weit mehr als nur der Gesundheitskoffer. Mit dem "Fit von klein auf Kita-Wettbewerb" z.
B. werden in verschiedenen Bundesländern seit 2005 praxiserprobte Konzepte der Gesundheitsförderung ausgezeichnet. Die Verbreitung besonders gelungener Ansätze im ganzen Bundesgebiet ist ein zentrales
Ziel des Wettbewerbs. Und der "Fit von klein auf Kinderbuchwettbewerb" bringt Familien, Pädagogen und Ärzten Kinderbücher als "Helfer" in der Gesundheitserziehung näher.
"Fit von klein auf" ist Teil der BKK Initiative "Mehr Gesundheit für alle", die Impulse für mehr Gesundheitsgerechtigkeit setzt. In ihr bündelt der BKK Bundesverband zurzeit rund 30 regionale Modellprojekte und Strukturmaßnahmen zur Gesundheitsförderung und noch einmal eine ähnliche Anzahl im Bereich Selbsthilfe. Weitere
Informationen über die Initiative "Mehr Gesundheit für alle" stehen im Internet unter www.bkk.de/mehr-gesundheit-fuer-alle zur Verfügung. TS
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