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Wenn Richtiges falsch trainiert wird
Jede Übung ist nur wirksam, wenn sie korrekt ausgeführt wird. Fehler bei der Umsetzung können zu Schäden an Muskeln, Sehnen und Bändern führen

Die Zeiten von Turnvater Jahn seien vorbei, meinen Sie? Gesundheitsschädliche "Klappmesser"-Übungen seit Jahren selbst aus dem Repertoire der Volkshochschul-Gymnastik verbannt?
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Mag sein. Das heißt aber noch lange nicht, dass dank sportmedizinischer Aufklärung und wissenschaftlicher Erkenntnisse heutzutage Verletzungen­ im Fitness-Training nahezu ausgeschlossen seien.­ Wenn "richtige" Übungen falsch ausgeführt werden, bleiben auch heute Zerrungen, Dehnungen oder gar Risse an Muskeln und Sehnen nicht aus.
Falsch kann zum Beispiel sein, bei einer "gesunden" Übung über den normalen Bewegungsspielraum von Gelenken hinauszugehen. Denn das kann zu schwerwiegenden Verschleißerscheinungen und Schäden des Kapsel-Band-Apparates führen. Deshalb ist es besonders wichtig, Bänder, Sehnen und Muskeln im Bereich dieser Gelenke schrittweise der größeren Beweglichkeit anzupassen. Die Dehnbarkeit unserer Bänder können wir nämlich nur wenig verändern, wohl aber die Dehnbarkeit der Sehnen und Muskeln. Jedes Training sollte deshalb mit einem Stretchingteil beginnen. Typisches Beispiel für eine Sehnen-Überlastung ist der Tennisarm, der im Grunde genommen lediglich die Folge einer ungleichmäßigen Belastung der Unterarmmuskulatur ist.
Ein anderes grundlegendes Problem stellen die so genannten muskulären Dysbalancen dar, die durch einseitiges Training entstehen. Auch hier können falsch ausgeführte Übungen mehr schaden als nützen. Um einseitige Belastungen und schmerzhafte Muskelverspannung zu vermeiden, müssen Agonisten und Antagonisten, die gegensätzlich auf die Gelenke einwirkenden Muskeln, immer gleichmäßig trainiert werden.
Karen Beigel, Sportlehrerin und Buchautorin hat viele solcher eigentlich fit-machenden aber in der Praxis oft falsch ausgeführten Übungen beobachtet und zusammen mit dem Physiotherapeuten Stephan Gruner und dem Orthopäden Dr. Thorsten Gehrke zu Papier gebracht. Dabei ist eine Neuausgabe des rororo-Bandes "Gymnastik falsch und richtig" entstanden, das neuen Erkenntnissen von Sportwissenschaftlern, Trainern und Sportmedizinern Rechnung trägt.
shape up stellt aus dem Buch die klassischen Workout-Fehler bei typischen Kräftigungsübungen vor
Durch das (schwunghafte) Auf­richten des Rumpfes mit gestreck­ten Beinen und im Nacken verschränkten Armen besteht die Gefahr eines starken Zuges an der Hals wirbel­säule und einer Belastung der Lebenwirbel­säule durch Zug der Hüftbeuger.
Stellen Sie in Rückenlage die Beine an und heben Sie Kopf und Schultern leicht vom Boden ab. Die Hände liegen dabei entspannt an der Schläfe oder am Ohr.
Liegestütz
Bei mangelnder Armkraft "hängt" der Rücken durch, so dass es zu einer starken Belastung des Schulter­gür­tels und der endenwirbelsäule kommt. Durch zu geringe Muskels­pannung im Bereich von Rumpf und Schultergürtel verliert diese Übung nahezu völlig ihre Wirkung.
Halten Sie den gestreckten Körper in einer Linie, den Kopf in Verlängerung der Wirbesäule, die Nasenspitze zeigt zum Boden. Die Füße sind beckenbreit und die Hände schulterbreit auseinander.

Den gestreckten Liegestütz sollten Sie nur trainieren, wenn Sie über eine ausreichende Stützkraft in den Schultern verfügen. Wenn nicht, machen Sie den "Gesundheits-Liegestütz" (oben) im Vierfüßlerstand.
Kniebeugen
Die Knie werden zu weit gebeugt, die Lendenwirbelsäule dabei gekrümmt und die Halswirbelsäule nach hinten überstreckt. Die tiefe Beugung führt zu einer starken Belastung der Kniegelenke, vor allem der Menisken und der Kniescheibenrückflächen.
Gehen Sie nur so weit in die Knie, dass maximal ein rechter Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel entsteht.
Crunch - zur Kräftigung der Bauchmuskulatur
Beim schwungvollen Aufrichten (oben) entsteht durch die Haltung der Hände am Kopf ein unkontrollierter Zug. Dadurch kann es zu Schäden an der Halswirbelsäule kommen.
Stellen Sie die Beine an und heben Sie den Oberkörper nur bis zu den Schulterblättern ab, nicht höher. Strecken Sie die Arme in Richtung Knie oder legen Sie die Hände entspannt an die Stirn.
Variante: Ziehen Sie die angewinkelten Beine zum Bauch und drücken Sie mit den Händen gegen die Knie. Heben Sie dabei den Kopf leicht an.
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Das Buch "Gymnastik und Workout falsch und richtig" kannst Du hier kaufen
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     [11.06.2005]
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