
Mit Gedächtnistechniken besser lernen.In 14 der 16 Bundesländer ist es für Schüler bereits Realität: G8. Das bedeutet, dass die nahezu gleichen Lerninhalte den Gymnasiasten in acht und nicht – wie bisher üblich – in neun Jahren vermittelt werden. Um das hohe Lernpensum bewältigen zu können, wurde der Stundenplan auf den Nachmittag ausgedehnt. Für die gymnasiale Mittelstufe bedeutet dies häufig bis zu 35 Wochenunterrichtsstunden. Berücksichtigt man zudem die Zeit für Hausaufgaben und Prüfungsvorbereitungen sind 40- bis 50-Stundenwochen für viele Jugendliche keine Seltenheit. Für Schüler können diese neuen Bedingungen eine große Herausforderung darstellen.
Anzeige Dass Lernen mit den richtigen Techniken jedoch schneller und einfacher gehen kann als gedacht und noch dazu Spaß macht, zeigen Dextro Energy und die Juniorengedächtnisweltmeisterin Christiane Stenger. Der Traubenzuckerhersteller und die 21-Jährige touren mit den „Fit im Kopf“-Workshops in diesem Jahr erneut durch Deutschlands Klassen und zeigen Schülern, wie man sich gezielt auf Prüfungen vorbereiten und das höhere Lernpensum mit Hilfe von Gedächtnistechniken leichter bewältigt werden kann.
Christiane Stenger und Dextro Energy machen fit im Kopf Die Schulkampagne „Fit im Kopf - ein Workshop powered by Dextro Energy“ wurde im vergangenen Jahr ins Leben gerufen und hat großen Anklang bei Schülern und Lehrern gefunden. Aufgrund dieses Erfolgs wird die Initiative 2008 fortgeführt. In vier deutschen Städten (Hannover, Leipzig, München und Stuttgart) vermittelt Christiane Stenger Schülern in interaktiven Workshops, wie man mit speziellen Techniken die Gedächtnisleistung und Konzentration bewusst trainieren und sich so gezielt auf Prüfungen vorbereiten kann. Das Finale der Workshopreihe findet am 17. November 2008 im Rahmen der Hamburger Unitage statt. Bis zu 500 Jugendliche können an diesem Abschluss-Event im Audimax Hamburg teilnehmen.
„Bildermachen“ als Schlüssel zum Lernerfolg Unser Gehirn kann Bilder besser speichern als Zahlen oder Wörter, da man sie sich im Gegensatz zu abstrakten Informationen besser vorstellen kann. Gedächtnistraining geht auf diese Funktionsweise des Gehirns ein und nutzt das daraus resultierende Potenzial. So beruhen alle Gedächtnistechniken auf Visualisierung, das heißt die zu merkenden Informationen werden gehirngerecht in fantasievolle Bilder und in kleine, außergewöhnliche Geschichten verpackt. Je skurriler diese Geschichten sind, desto besser. Denn unser Gehirn kann sich Informationen, die anders sind als das, was es bereits kennt, einfacher merken. Visualisierung ermöglicht nicht nur schnelleres, sondern auch intensiveres und nachhaltigeres Lernen. „Je früher man mit dem Gedächtnistraining beginnt, desto besser und leichter kann man die Techniken verinnerlichen und in Alltag und Schule nutzen. Vor allem Kinder haben es einfach, da sie von Natur aus kreativer und fantasievoller sind als Erwachsene“, erklärt Christiane Stenger. Das Beste: „Lernen erscheint nicht mehr so schwer und langweilig. Durch das Ausdenken von vielen ungewöhnlichen Bildern und Geschichten wird es zu einem lustigen und vor allem aktiven Prozess“, beschreibt die 21-Jährige die Vorteile der Gedächtnistechniken. Es gibt eine Vielzahl an Gedächtnismethoden, die sich für ganz unterschiedliche Lerninhalte eignen. Zwei der bekanntesten sind die Schlüsselwort- und die Loci-Methode.
Die Schlüsselwort-Methode Diese Methode führt auch beim Vokabellernen mit Spaß zum Erfolg. Der Trick hierbei ist, dass man sich aus seiner Muttersprache Wörter sucht, die so ähnlich klingen wie die Vokabel oder einzelne ihrer Silben. Diese Schlüsselwörter verknüpft man zu einer kreativen Geschichte, aus denen die Bedeutung der zu merkenden Vokabel hervorgeht. Ein Beispiel hierfür ist das französische Wort „tuba“ (schnorcheln). Ein mit einer Tuba schnorchelnder Taucher, diese Assoziation drängt sich bei dieser Vokabel fast automatisch auf. Aber auch wer seinen Wortschatz mit Fremd- oder Fachwörtern erweitern will, liegt mit dieser Technik richtig. Hier zerlegt man das zu merkende Wort, zum Beispiel Hypothese (unbewiesene Behauptung), in einzelne Silben: Ein Abenteurer behauptet gesehen zu haben, wie ein hypnotisierter Polarbär Säcke voll Tee in den See geschüttet hat.
Die Loci-Methode Oft ist es wichtig, sich Begriffe in der richtigen Reihenfolge zu merken. Hierbei wendet man am Besten die Loci-Methode an: Für jeden Begriff wird entlang einer bekannten Route ein Orientierungspunkt geschaffen, an dem die zu merkenden Informationen abgelegt werden. Bei diesen Punkten kann es sich um Gegenstände oder Orte, zum Beispiel Möbelstücke im Zimmer oder Punkte auf dem Weg zur Schule, handeln. Man kann auch seinen Körper als Route verwenden. Die zu lernenden Begriffe werden dabei einfach mit Körperstellen wie Fuß, Knie und Hosentasche visuell zu prägnanten Geschichten verknüpft und so eingeprägt. Der Vorteil der Körper- im Vergleich zur Raumroute besteht darin, dass man diese Anhaltspunkte immer mit sich herumträgt. Will man die gespeicherten Informationen abrufen, muss man vor seinem inneren Auge nur noch den Körper entlanggehen. Die letzten vier Bundespräsidenten (Weizsäcker, Herzog, Rau, Köhler) lassen sich folgendermaßen lernen: Auf den Fuß fallen zwei Weizensäcke. Der Fuß schwillt an und tut weh. Auf dem Knie reitet ein Herzog auf seinem Pferd auf und ab. Ein Rauhaardackel steckt in der Hosentasche und bellt ganz laut. Mit einem Stück Kohle wird „Hallo“ auf den Rücken geschrieben.
Planung ist das halbe Leben Ob und wie schnell man sich Informationen merken kann, hängt auch wesentlich vom individuellen Tagesrhythmus ab. Darum sollten Schüler bei der Prüfungsvorbereitung unbedingt ihre Leistungskurve berücksichtigen. Generell gilt: Anspruchsvollen Arbeiten wie Prüfungsvorbereitungen sollte man sich vor allem während des Leistungshochs um 11 Uhr widmen. Eine passende Gelegenheit seinen Hobbys nachzugehen und abzuschalten, bietet sich in der Mittagszeit. Hier sinkt die Konzentration der meisten auf den Tagestiefpunkt, bevor zwischen 15 und 17 Uhr das zweite Leistungshoch das Lernen begünstigt. Schluss mit anstrengender Kopfarbeit ist gegen 18 Uhr. Nur echte Nachteulen sind jetzt noch fit für einen Endspurt der grauen Zellen.
Gut zu wissen: Die optimalen Lernzeiten können sehr unterschiedlich sein. Jeder muss daher für sich selbst den idealen Tagesrhythmus finden und die Tagesplanung entsprechend darauf abstimmen. Dies ist gerade im Hinblick auf das „Blitz-Abitur“ von entscheidender Bedeutung, denn wer die Zeit richtig nutzt, kann den Lernstoff leichter und schneller verinnerlichen und hat noch dazu ausreichend Zeit für Hobbys und Freunde.
Gedächtnistraining: gutes Hilfsmittel für schulischen Erfolg Gedächtnistraining ist ein gutes Hilfsmittel, um die große Informationsflut, denen Schüler während ihrer schulischen Laufbahn ausgesetzt sind, effektiver zu bewältigen. Das Lernen mit den Gedächtnistechniken kann zunächst aufwendig erscheinen. Doch wer das „Bildermachen“ regelmäßig trainiert, wird schnell merken, dass bereits nach kurzer Zeit die Erinnerungsfähigkeit gestärkt wird und die Methode der Visualisierung fast automatisch funktioniert.
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