
Ein Drittel läßt die Mittagspause meist ausfallen, fast 40 Prozent machen den Schreib- zum Ess-Tisch.Wenig Zeit, kaum Genuss – das ist das Fazit einer Umfrage der California Walnut Commission zum Ernährungsverhalten in deutschen Büros. Über 8.700 Teilnehmer gaben Auskunft über ihre Gewohnheiten in der Mittagspause und während der Arbeit. Viele vernachlässigen regelmäßige Pausen und Zwischenmahlzeiten und gefährden somit die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Wegen hoher Arbeitsbelastung und Stress nimmt sich ein Drittel nicht täglich Zeit für die Mittagspause. Außerdem steht fast der Hälfte aller Befragten (48,6%) maximal eine halbe Stunde für die wohlverdiente Auszeit zur Verfügung. Um Zeit zu sparen, verspeisen die meisten ihr Mittagessen gleich am Arbeitsplatz (37,6%), nur jeder Fünfte kann die Kantine aufsuchen. Rund 10% der Befragten weichen auf – oftmals teure – Restaurants oder Imbisse aus. Nahezu ein Drittel nutzt die Pause bevorzugt, um einzukaufen oder andere private Dinge zu erledigen. Nicht alle Arbeitnehmer also können zur "Halbzeit" ihre Leistungsreserven optimal wieder auffüllen. "Die Mittagspause ist zur bewussten Erholung gedacht", mahnt Stephan Lück, Ernährungswissenschaftler aus Köln. "Wer sein Essen am Schreibtisch einnimmt, kann sich nur schwer ablenken und erhält das Gefühl, pausenlos durchgearbeitet zu haben. Auch Besorgungen oder private Termine sollten sparsam dosiert werden, sonst kommt es zu zusätzlichem Termindruck." Lück empfiehlt auch, die Pause für etwas Bewegung zu nutzen: "Ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft nach einer leichten Mahlzeit lassen die Leistungskurve wieder rasch ansteigen.
Anzeige ![]() Wer sich keine Zeit für die Mittagspause nimmt und immer gleich am Schreibtisch isst, bekommt bald das Gefühl, pausenlos durcharbeiten zu müssen und ständig unter Stress zu stehen ( Foto: Institut für Sporternährung, Bad Nauheim ) Unter den Favoriten auf dem mittäglichen Speiseplan stehen Kalte Snacks wie etwa Brötchen oder Obstsalate mit über 71% auf der Beliebtheitsskala ganz weit vorne. 16% der Teilnehmer wärmen mitgebrachte Mahlzeiten auf; nur jeder Zehnte nimmt die Dienste eines Lieferservices in Anspruch.
Vom ernährungsphysiologischen Standpunkt aus bedenklich: Rund 12% der Befragten gaben an, dass sie ganz ohne Mittagessen auskommen. "Ob kalt oder warm, das richtige Mittagessen ist entscheidend für das Wohlbefinden" erklärt Lück. "Leichte Speisen, die reichlich Vitamine und Mineralien enthalten, bringen Kopfarbeiter schnell wieder auf Trab. Geeignet sind beispielsweise Salate, Obst, Milchprodukte, leichte Reis- und Nudelgerichte oder kalorienarm belegte Brote. Ganz wichtig für zwischendurch sind regelmäßige Snacks, so dass Durchhänger gar nicht erst auftreten." Doch damit hapert es bei einem Viertel der Teilnehmer: 26% verzichten im Büroalltag auf wichtige Zwischenmahlzeiten. Gesunde Snacks wie Obst, Rohkost oder Nüsse werden von 51% als schneller Energiespender geschätzt, doch auch Süßigkeiten haben auf einem Drittel aller Schreibtische einen festen Platz.
Ernährungsexperte Lück empfiehlt: "Nervennahrung sollte vor allem gesund sein. Ein idealer Bürosnack für zwischendurch sowie eine unkomplizierte Zutat zu leichten Mahlzeiten ist zum Beispiel eine Handvoll kalifornischer Walnüsse. Omega-3-Fettsäuren, Lecithin und Cholin, die in Walnüssen in großen Mengen vorhanden sind, bringen das Gehirn wieder auf Trab. B-Vitamine sowie Magnesium sorgen außerdem für frische Energie." Wichtig ist auch, sich zwischendurch bewußt eine Auszeit zu nehmen. Statt sich also in der Pause weiter über den Chef zu ärgern oder an Projekten zu feilen, heißt die Devise: abschalten, das Essen genießen und tief durchatmen. Davon profitiert nicht zuletzt auch der Arbeitgeber, denn Entspannungspausen und richtige Ernährung machen Kopfarbeiter kreativer, konzentrierter, leistungsfähiger und vor allen Dingen weniger stressanfällig. ME Diskutiere zu diesem Thema in unserem Forum
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