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DSSV - Deutscher Sport-Studio Verband
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FIBO-Talk - Erste Runde
Die Branche braucht dringend qualifiziertes Personal

Unter der Leitung von Gerhard Nowak, Pressesprecher der FIBO, diskutierten gestern auf dem Podium der Job-Börse vier Fachleute über das Thema "Fehlt der Branche Fitness qualifiziertes Personal?"
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In einem Punkt waren sich die vier Diskussionsteilnehmer am Ende einig: Im Jahr 2004 wird sich die Zahl der festangestellten Mitarbeiter in den Fitness-Centern auf 200.000 verdoppeln. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich der Qualifikationsstandard in der Fitness-Branche erhöht.
Speziell bei den administrativen und marketing-/salesorientierten Stellen liegt vieles im Argen. Als Frau aus der Praxis weiß die Gesprächsteilnehmerin Martina Müller, wovon sie spricht. Sie ist bei der Kette Fitness-Factory für das Recruiting und Coaching der Mitarbeiter zuständig. Speziell in dem sehr kundennahen Empfangsbereich ist es auch für einen großen Vertreter der Branche äußerst schwierig, geeignetes Personal zu finden. Ihr Unternehmen greift aus Not denn auch vorwiegend auf Hotelfachkräfte zurück, die dann durch innerbetrieb-liche Schulungen auf ihre Aufgaben in den Studios vorbereitet werden.
Birgit Schwarze, die Präsidentin des DSSV, konnte dieser Ist-Zustandsbeschreibung nur beipflichten, ist aber zuversichtlich, dass sich das in Zukunft ändern wird.
Sie machte deutlich, dass es nicht alleine ausreichend ist, sich um die Qualifikation zu kümmern, sondern man dürfe auch die Kosten nicht aus den Augen verlieren. In einigen Studios liegt der Personalkostenanteil bei 35 bis 40 Prozent, was aus Sicht des Arbeitgeberverbands DSSV eindeutig zu hoch ist.
Abhilfe schaffen soll das vom DSSV initiierte neue Berufsbild des Sport- und Fitness-Kaufmanns, das ab August 2001 als echte "Duale Erstausbildung" mit einem staatlich anerkannten IHK-Abschluß umgesetzt wird. Ziel dieser Ausbildung ist es, den Fitness-Studios Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen, die Interessenten beraten und betreuen können bzw. als Bindeglied zwischen den Kunden und Trainingsfachkräften fungieren.
Mit diesem neuen Berufsbild kann, so Schwarze, endlich die Lücke zwischen unterqualifizierten und überqualifizierten Personal geschlossen werden. Eine spürbare Entspannung wird diese Neuerung aber erst im Jahr 2003 bringen, da die Ausbildung mindestens zwei Jahre dauern wird - wie bei kaufmännischen Berufen üblich.
Auch die Universitäten haben erkannt, dass sie beim Studienangebot Alternativen zum klassischen Diplom-Sportlehrer anbieten müssen, um auf den akuten Fachkräftemangel im mittleren Managementbereich reagieren zu können. Dr. Stemper von der sportwissenschaftlichen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf erläuterte das an einem Beispiel.
Bisher war es so, dass die Studios auf Diplom-Sportlehrer zurückgreifen mussten, die sich bei den Gehaltsvorstellungen - zu Recht - an Juristen, Betriebswirten und Ingenieuren orientierten. Künftig wird es an mehreren Universitäten so genannte Bachelor-Studiengänge geben, die mehr auf den Bedarf der Studios zugeschnitten sind und aufgrund der kürzeren Studienzeiten auch bei den Gehältern den Studiobetreibern entgegenkommen.
Dr. Hans E. Ulrich vom IST-Institut erläuterte, das bei den Fortbildungs- und Trainingsangeboten der Schwerpunkt bei der Erhöhung der Kundenzufriedenheit liegen wird. Deutschland sei bekannt dafür, dass man sich mit der Dienstleistungs- und Serviceorientiertheit immer noch schwer tut. Beide Faktoren sind aber entscheidend dafür, ob sich ein Studio erfolgreich im Markt behaupten kann oder eben nicht.
     [28.04.2001]
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